Українська та зарубіжна поезія

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Wie lieblich ist der Sonne Schein

Wie lieblich ist der Sonne Schein,
Wie lau der Lufte Flut!
Wie konnt’ ein Herz nun frohlich seyn,
Das hatte Freudenmuth.

Mein Herz, und hatt’ es Freudenmuth,
So sollt’ es frohlich sein;
Es dringt der Sonne Liebesglut
So schmeichelnd auf mich ein.

Du dringst auf mich vergebens ein
Mit deiner Liebesglut;
Ich soll und darf nicht frohlich sein,
So leid es auch mir thut.

Ich kann, so leid es auch mir thut,
Und mag nicht frohlich seyn;
O Sonne, wenn du’s meinest gut,
So lade mich nicht ein!

O Sonne, lade mich nicht ein,
Du meinest es so gut,
Allein du weckest nur die Pein,
Die mir im Herzen ruht.

Die Pein, die mir im Herzen ruht,
Erweckst du diese Pein,
So wird kein andres frohes Blut
An dir heut’ frohlich seyn.

Doch lab mit dir heut frohlich seyn
Nur jedes frohe Blut,
Und mich im Dunkeln lab allein
Ausbruten diese Brut.

Ausbruten diese Schmerzensbrut
In Schmerzen ganz allein,
Mir hilft dazu nicht laue Flut
Von Luft und Sonnenschein.

Wie ubel ists auf dieser Welt

Wie ubel ists auf dieser Welt
Zu leben und zu sterben!
Du kannst, wie es dir wohlgefallt,
Nicht dieb noch das erwerben.

Wie Abraham in Mamres Hain
Begraben seine Todten,
So solltest du mir begraben seyn,
Doch das ist mir verboten.

Wie nur sie wittern, dab im Haus
Wir einen Todten haben,
Gleich sturzen sich als wie zum Schmaus
Daruber die schwarzen Raben.

O dab du hattest den schonen Leib
Auf deiner Seele Flugeln
Mitnehmen konnen, dab Mann noch Weib
Nicht durft’ an dir mir klugeln.

Dein Todtenantlitz, das mich gelabt,
Mag ich nun nicht mehr schauen,
Seit dich unter den Handen gehabt
Gespenstige Leichenfrauen.

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Wie lieblich ist der Sonne Schein - FRIEDRICH RUECKERT