Українська та зарубіжна поезія

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O Gottin der ich voller pflicht

O Gottin / der ich voller pflicht
Mein erstes opffer angericht /
Verachte nicht die letzten Flammen /
Und dencke noch an das altar /
Darauff mein kindisch rauchwerck war /
So dich und mich verband zusammen.

Ich weib wohl / dab die schnode zeit /
Und meine grosse niedrigkeit
Dein ohr hat von mir weggerissen /
Und dab kein zeugnib meiner pflicht /
So hand und seele zugericht /
Recht wurdig ist / dich zu begrussen.

Doch aber / wilstu gottin seyn?
So mub auch deiner strahlen schein
Ein kleines opffer nicht verhohnen.
Der himmel liebt barmhertzigkeit /
Und alle gotter sind erfreut /
Wenn unsre hande sie versohnen.

Drum thu auch deinen himmel auff /
Und lab der tauben saiten lauff
Mich und mein opffer nicht verzehren!
Die durfftigkeit hemmt meine hand /
Und ist dir doch zuvor bekandt /
Was dir mein armuth kan gewahren.

Ist gleich rauch-opffer / brandt und heerdt
Nicht deiner himmel-schonheit werth /
So wird dich das doch nicht beflecken;
Und bistu gottin / so da liebt /
Da man ihr himmels-ehre giebt?
So lab mich deinen nectar schmecken.

So dich mein feuer lencken kan /
So schaue dessen funcken an /
Und lab mich nicht so schmahlich sterben;
Doch / soll es ja gestorben seyn /
So lab mein leben samt der pein
Durch deiner augen glut verderben.

Es komme leben oder tod /
Es komme wohlfahrt oder noth /
Ich nehm es an mit tausend kussen /
Dein urtheil starcket meinen muth /
Ich bin bereit / mein treues blut
Vor deinen fussen zu vergiessen.


O Gottin der ich voller pflicht - CHRISTIAN HOFFMANN VON HOFFMANNSWALDAU