Українська та зарубіжна поезія

Вірші на українській мові



Einer Toten

Ach, dab du lebtest.
Tausend schwarze Krahen,
Die mich umflatterten auf allen Wegen,
Entflohen, wenn sich deine Tauben zeigten,
Die weiben Tauben deiner Frohlichkeit.
Dab du noch lebtest.

Schwer und kalt umsaugt
Die Erde deinen Sarg und halt dich fest.
Ich geh nicht hin, ich finde dich nicht mehr.
Und Wiedersehn?
Was soll ein Wiedersehn,
Wenn wir zusammen Hosianna singen,
Und ich dein Lachen nicht mehr horen kann?
Dein Lachen, deine Sprache, deinen Trost:

Der Tag ist heut so schon, wo ist Chasseur,
Hol aus dem Schranke deinen Lefaucheux,
Und geh ins Feld, die Huhner halten noch.
Doch bieg nicht in das Buchenwaldchen ein,
Und leg dich nicht ins Moos und traume nicht.
Pab auf die Huhner und sei nicht zerstreut,
Blamier dich nicht vor deinem Hund, ich bitte.
Und alle Orgeldreher heut verwunsch ich,
Die luftgetragnen Ton von fernen Dorfern
Dir zusenden, ich seh dann keine Huhner.
Und doch, die braune Heide liegt so still,
Dich halt ihr Zauber, lab dich nur bestricken.
Wir essen heute abend Erbsensuppe,
Und der Margaux hat schon die Zimmerwarme.
Bring also Hunger mit und gute Laune. –
Dann liest du mir aus deinen Lieblingsdichtern.
Und willst du mehr, wir gehen an den Flugel,
Und singen Schumann, Robert Franz und Brahms.
Die Geldgeschichten lassen wir heut ruhn.
Du lieber Himmel, deine Glaubiger
Sind keine Teufel, die dich braten konnen,
Und alles wird sich machen.
Hier noch eins,
Ich tat dir guten Cognac in die Flasche.
Grub Heide mir und Wald und all die Felder,
Die abseits liegen und vergib die Schulden.
Ich seh indessen in der Kuche nach,
Dab uns die Erbsensuppe nicht verbrennt. –

Dab du noch lebtest.
Tausend schwarze Krahen,
Die mich umflatterten auf allen Wegen,
Entflohen, wenn sich deine Tauben zeigten,
Die weiben Tauben deiner Frohlichkeit.
Ach, dab du lebtest.


Einer Toten - DETLEF VON LILIENCRON