Українська та зарубіжна поезія

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Der Zauberlehrling

Hat der alte Hexenmeister
Sich doch einmal wegbegeben!
Und nun sollen seine Geister
Auch nach meinem Willen leben.
Seine Wort und Werke
Merkt ich und den Brauch,
Und mit Geistesstarke
Tu ich Wunder auch.
Walle! walle
Manche Strecke,
Dab, zum Zwecke,
Wasser fliebe
Und mit reichem, vollem Schwalle
Zu dem Bade sich ergiebe.
Und nun komm, du alter Besen,
Nimm die schlechten Lumpenhullen!
Bist schon lange Knecht gewesen:
Nun erfulle meinen Willen!
Auf zwei Beinen stehe,
Oben sei ein Kopf,
Eile nun und gehe
Mit dem Wassertopf!
Walle! walle
Manche Strecke,
Dab, zum Zwecke,
Wasser fliebe
Und mit reichem, vollem Schwalle
Zu dem Bade sich ergiebe.
Seht, er lauft zum Ufer nieder!
Wahrlich! ist schon an dem Flusse,
Und mit Blitzesschnelle wieder
Ist er hier mit raschem Gusse.
Schon zum zweiten Male!
Wie das Becken schwillt!
Wie sich jede Schale
Voll mit Wasser fullt!
Stehe! stehe!
Denn wir haben
Deiner Gaben
Vollgemessen! –
Ach, ich merk es! Wehe! wehe!
Hab ich doch das Wort vergessen!
Ach, das Wort, worauf am Ende
Er das wird, was er gewesen!
Ach, er lauft und bringt behende!
Warst du doch der alte Besen!
Immer neue Gusse
Bringt er schnell herein,
Ach, und hundert Flusse
Sturzen auf mich ein!
Nein, nicht langer
Kann ichs lassen:
Will ihn fassen!
Das ist Tucke!
Ach, nun wird mir immer banger!
Welche Miene! welche Blicke!
O, du Ausgeburt der Holle!
Soll das ganze Haus ersaufen?
Seh ich uber jede Schwelle
Doch schon Wasserstrome laufen.
Ein verruchter Besen,
Der nicht horen will!
Stock, der du gewesen,
Steh doch wieder still!
Willst am Ende
Gar nicht lassen?
Will dich fassen,
Will dich halten
Und das alte Holz behende
Mit dem scharfen Beile spalten!
Seht, da kommt er schleppend wieder!
Wie ich mich nur auf dich werfe,
Gleich, o Kobold, liegst du nieder;
Krachend trifft die glatte Scharfe.
Wahrlich! brav getroffen!
Seht, er ist entzwei!
Und nun kann ich hoffen,
Und ich atme frei!
Wehe! wehe!
Beide Teile
Stehn in Eile
Schon als Knechte
Vollig fertig in die Hohe!
Helft mir, ach! ihr hohen Machte!
Und sie laufen! Nab und nasser
Wirds im Saal und auf den Stufen:
Welch entsetzliches Gewasser!
Herr und Meister, hor mich rufen! –
Ach, da kommt der Meister!
Herr, die Not ist grob!
Die ich rief, die Geister,
Werd ich nun nicht los.
“In die Ecke,
Besen! Besen!
Seids gewesen!
Denn als Geister
Ruft euch nur, zu seinem Zwecke,
Erst hervor der alte Meister.”

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Der Zauberlehrling - JOHANN WOLFGANG VON GOETHE