Українська та зарубіжна поезія

Вірші на українській мові



Auf Leben und Tod

Denn wenn den Schnee zum ersten Mal ein Blumlein sieht,
Dann wundert sich’s, dab also weib der Schnee,
Und Blumlein spricht: “Mich wird der Schnee doch nicht verletzen,
Mir weh thun nicht; – er ist so weib!”

(Der Rhapsode der Dimbovitza.)

In uppigen Sonnenfluten
Badet sich der Park,
Der mit glanzendem Blattergewoge
Grausteinerne Hauserwalle bespult.

Aus schattiger Strabenmundung stromt,
Buntblitzenden Wellen gleich,
Blutenfarbig geputztes Volk:
Madchen mit buntbebanderten Huten,
Bluhenden Augen, schimmernden Zahnen.

Das Plaudern platschert
Der Ruhebank vorbei
Unter lila bluhendem Flieder,
Wo ich sitze bei spielenden Kindern.
Im Strauche flotet die Nachtigall;
Fernes Konzert
Weht mit Duften sub heran
Und zittert in meiner Seele…

Sanftes Madchengesicht
Unter schuchternem Sommerhut,
Blaues Blutenauge,
Ich konnte dich lieben!
Doch zages Traumen halt mich fest,
Und dich entfuhrt die Flut…

Und wieder wehen mit Fliederduft
Accorde schmachtend, schwellend;
Und meine Seele zittert
Von subem Sehnsuchtsschauer.

Sieh, das Weib
Im dunkeln Kleide,
Stolz,
Mit rundem Busen
Und schwarzer Augenglut!

Mein Herz entbrennt
Und pocht in wilder Sehnsucht.
Was brennst du so?
Ist das die Seele,
Die heib umschlingend
Dein zehrend Schmachten stillt?
Soll ich ihr folgen, pochendes Herz? –
Ich wag’ es nicht;
Mir wird so schwul und bang.

Denn vielleicht – was weib ich! –
Bluht Gift im dunkeln Auge
Und verzehrt mir qualvoll
Wangen und Seele. –
So ist die Liebe!
Auf Leben und Tod!

Oder ist dies Strahlenauge
Mir Quelle ewiger Wonne? –
So geh zur Quelle, schmachtendes Herz!
Sonst verspult die Flut dein Gluck! –

Ja, ich gehe!
Noch eine Sehnsuchtswelle,
Und hingerissen folg’ ich,
Zu lieben auf Leben und Tod…

Doch wehe! Mir schwindelt;
Ich wanke, zu sturzen
In glitzernde Wellen
Des Menschenstromes.
Halt dich fest, bethorte Seele!
Jedwede liebliche Welle
Ist Liebe auf Leben und Tod! –

Doch horch, die Nachtigall lockt so heib,
Berauschend wehen Musik und Duft,
Und Menschenaugen bluhen so schon…
Wohlauf in den Strom der Seelen,
Zu lieben auf Leben und Tod!


Auf Leben und Tod - BRUNO WILLE