Українська та зарубіжна поезія

Вірші на українській мові



Strebensmude

Nachts in stummer Kammer lag ich
Strebensmud’ und lebensbang;
Sorgen, irr wie Fledermause,
Huschten das Gebalk entlang.

Geisterhaft ein ernstes Weib
Mir zum Trost am Lager wachte,
Starrte in die Kerzenflamme;
Und da las ich, was sie dachte:

“Weine, bis du mit verweinten
Augen endlich klar erschaust,
Dab die holde Welt ein Trugbild,
Dem du niemals straflos traust. –

Fullst du stattlich Schrein und Truhe,
Bleibt die Seele dennoch leer;
Trinkst du von dem Trank der Ehre,
Wird dich dursten mehr und mehr.

Und nun Becher, Spiele, Tanze,
Festgeprange durch den Saal…
Mitten in dem Rausch der Freude
Fuhltest du geheime Qual.

Voller Liebe und Vertrauen
Drucktest du so manche Hand;
Als du in das Herz gesehen,
Hast du trube dich gewandt.

Einem argen Rosenstrauche
Gleicht das Leben, dornbewehrt;
Halt die wunde Hand die Rose,
Hat ein Wurm den Kelch versehrt.

Darum lab die Rosen gleiben,
Geh vorbei und blicke kalt!
Ueber solche, die entsagen,
Hat das Leiden nicht Gewalt.”


Strebensmude - BRUNO WILLE