Українська та зарубіжна поезія

Вірші на українській мові



Dafnis – Er erwacht in den spahten Herbst-Morgen

Ode Jambica.

Der truhbe Morgen dunckelt /
der Dag bricht kaum schon fur /
mein Lampgen spruht und funckelt
ich fuhls / noch horcht wer vor der Dhur.
Noch ist er nicht verwichen /
ich schlieff / er hat gewacht /
mit Augen lengst verblichen
stund er die gantze Nacht.
Sein Seiger saust / die Stunden rinnen /
sey wer du seyst / du mubt von hinnen!

Ich soff und hab gefrassen /
gehurt mit nichts alb Pakk /
mit Truddeln und mit Trassen
behing ich dihsen Maden-Sakk.
Wein / Weibrichins und Karten /
nichts war mir ji zu bundt /
mein Hieber hieb sich Scharten
in manchen Lumpen-Hund.
Noch Keinen hat man so bedroffen /
allein – wie ist dab abgeloffen?

Schlohweib sind meine Brauen /
mein vor so froher Mund
ward for mir salbst zum Grauen
ein zubedakkter Abgrunds-Schlund.
Mein Rukken hangkt gebogen /
ich krige kaum mehr Lufft /
mein Mercks fault aubgesogen /
mein Fleisch raucht nach der Grufft.
Ich kanne wurcklich nicht mehr wihder
mein furmahls stoltzes Pfau-Gefihder!

Morbonens gifftge Schlangen
umbringeln mir mein Stroh /
kaum ist es so ergangen
salbst jenem armen Lazaro.
Fast ward ich schon zum Kinde /
fast such ich nur noch Den /
fur Dem die Wurbel-Winde
sanfft wie die Zefirs gehn.
Sein Eyffer-Grimm auff mich / Sein Wuhten
lasst sich durch nichts von mir beguhten!

Fur meine Dhrenodieen
verstopfft Er sich sein Ohr /
umbsonst auf beyden Knyen
ruttsch ich Ihm bib furs Parlen-Dhor!
So sehr ich mich auch straube /
ich Leim / ich Mist / ich Koht /
Er glaubt nicht / dab ich glaube /
und lasst mich meiner Noht!
Kein sundig Hertz daugt nicht zum Tempel /
dihb lehrt mein drauriges Exempel!


Dafnis – Er erwacht in den spahten Herbst-Morgen - ARNO HOLZ