Українська та зарубіжна поезія

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Dafnis – Er belauscht die Venerem mitsambt dame Matrio



Ode Jambo-Trochaica.

Wie so lihb ists auff der Welt
unter einem Baum-Gezelt /
wenn man wihder sich entpeltzt
mitten unter Bluhmen weltzt!

Horch / wie sich die kleinen Bihnen
embsig ihrer Zeit bedihnen!
Ihr klug sechs-geekktes Haub
somsen sie so eyn-wie aub.

Der bemooste Sommer-Wald
kraust sich wihder wohl-gestalt /
Wikken wrikken kwer-feldeyn /
reuch blohb / wie sie lihblich seyn!

Schwanck auff wanckem / ranckem Reisgen
bluhstert sich ein kekkes Zeisgen;
wie seyn Schabelgen ihm blizzt /
dab es schon zum Pfeiffen spizzt!

Zweene / so sich itzt derwischen /
wollen sich durchaub vermischen /
Ganbgens zuppt der Ganserich /
alles lihbt und duppelt sich.

Wo die rosa Pfirsche stehn /
lasst sich Venus nakklicht sehn.
Amor / das vertrakkte Schizzgen /
zihlt ihr grad ins Pudel-Mizzgen!

Bakkgens / Oehrgens / Kinn und Mund /
alles glutzt an ihr wie rund /
ihre Schultern / ihre Waden
sind mit Helffen-Bein beladen!

Ihrer Öpffel-blancken Bruste
Wunder-schones Schau-Geruste
hat sie salbst und mit Bedacht
sich aub Liljen-Milch gemacht!

Ihre glatt-gewolbten Weichen
lassen sich mit nichts vorgleichen!
Ach / und wie erst fullt mit Glukk
vollends dich ihr Achter-Stuck!

Mars / der ohngeschlachte Hund /
naht sich ihr vom Hindter-Grund;
schreyend hupfft so auff alb nihder
das verbuhlte Lufft-Gefihder!

Ihre himmlisch bralle Brust
bebt und zittret schon fur Lust /
susser Schrekknib steht sie voll /
wab mit ihr geschehen soll!

Himlich pflokkt er und verholen
Tulpen / Jebmen und Violen;
gleichsamb seyner salbst beraubt
zirkelt er sie ihr umbs Haupt!

Ihre Wundrens-wurdge Lange
bringt ihn selig ins Gedrange!
Wie sie kikkert! Wie sie lacht!
Wie sie ihm Karabgens macht!

Ihre Bietzgins / ihr Bopo /
alles an ihr macht ihn fro /
blinckert / flinckert her – und hin /
ach / ihr lihben Eugelchin!

Himmel / nein! wie er sich zihrt /
gantz in sie veramoriert!
Weyl schon alles bey ihm stimmt!
Weyl ihm schon das Pfeiffgen glimmt!

Fabt verstrikkt in ihre Haare /
ihre mehr alb goldne Waare /
wird er bey-nah fast zu kuhn;
ihrer Beyder Bakken bluhn!

Huy / nuhn hat er was entdekkt /
wab ihm mehr wie Zokker schmekkt!
Huy / nun helt ihm seyne Hand
den gelihbten Gegenstand!

Kaum so kann sie sich noch wehren /
kann das Fleisch das Fleisch entpehren?
Kaum so stobt sie noch zurukk
jen so offt besungnes Glukk! –

Mein Gott / wab ist denn dab?
Blumps / bortzelt sie ins Grab!
Itzt hat er wab ersehn!
Es ist umb ihn geschehn!

Schon schlingt sich Bein umb Bein /
o angenahme Pein!
Zwey rohte Wollust-Rohsen
erschlieben ihm ihr Gosen!

Ümb ihre Wollen-weichen Flancken
siht man verlihbt den Lemmel rancken /
und unterdessen grahst seyn Gaul
durch Finger-Huht und Lowen-Maul!

Fast steht man wie betaubt /
ist sowab hihr verlaubt?
Sie labt ihn nicht mehr lohb
aub ihrem Rohsen-Schoob!

Sie schluchzt / ach du / ach du /
sie lasst ihm alles zu /
sie haucht / mon cher enfant /
j’espère / vous êtes content?

In solchen Parlin-Ketten /
wer mochte sich nicht betten?
O Zokker-suhber Tod /
wann endet deine Noht?

Der Meibgens Zizizi /
der Larchen Dirili /
der Dobber Hin – und Her /
sie hohren gahrnichts mehr!

Ihr Sinn ist ohne Sinn /
sie kalbren / dalbren / dahlen;
Apell / wirff deinen Pinsel hin
und wegre dich / es ab-zumahlen!



Dafnis – Er belauscht die Venerem mitsambt dame Matrio - ARNO HOLZ