Українська та зарубіжна поезія

Вірші на українській мові



Dafnis – Er ladt seine Gesollen auff einen Goldt-Fasan

Ode Trochaica.

Bruder / sizzt euch umb den Disch!
Bachus plinckt schon Heben.
Sein Gesicht ist roht und frisch /
ihre Biehtzgens beben.
Blanckes Zinn und Borzellan
bluzzt fur allen Blazzen /
ein gespikkter Goldt-Fasan
soll uns itzt ergazzen!

Ich bun nicht for Zeisgen-Kost.
Gorcken und Melonen /
Leber-Worstgens heib vom Rost
dorfft ihr mir nicht schonen.
Qwitten-geeles Gansgen-Schmaltz
dhat Brambillgen drihber –
hatt ich eines Kranichs Haltz /
wars mir umb so lihber!

Nichts wie Wasser in sich dreyn
schlurffen tumme Rinder /
Zokker-susser Cyper-Wein
flekkt vor Febus-Kinder!
Sein ambrirter Alakant
fillt uns mit Entzukken /
wenn wir ihn aub Rand und Band
Schlukk-weis in uns drukken!

Clotho / altes Raben-Aab /
hellische Megare /
lakkerts dich nach Leichen-Frahb /
zukkstu schon die Schare?
Gleich so fallt mir etwab ein:
Sizz dich mir darneben!
Plintzckens mit Rohsinen dreyn
wird es auch noch geben!

Amor / Kuzzel-volles Kind /
kombstu schon geloffen?
Pakkt ihn beym Schlaffitt geschwind /
macht ihn dikk besoffen!
Jeder hebt sich auff den Schoob
seine schonste Schone /
dab ihr blasses Duppel-Blohb
sein Vergnugen krone!

Alles Kummers sind wir frey /
riegelt zu die Dhuren!
Unerhortes Mord-Geschrey
wollen wir vollfuhren!
Jeder singe / wab er kan /
Citepomerone /
Pomezite Zanteran /
Regivaselone!

An die Wand / dab alles kracht!
schmeisst das Glab zu Scherben!
Zehn mahl lieb in einer Nacht
Florilis mich sterben!
Jugend sehnt nach Jugend sich /
Tau sich nach Melissen!
Worzu Kind / verferbstu dich?
Jeder kan das wissen!

Rohsen / Rohsen in den Wein /
Rohsen umb die Stirne!
Beib mir nicht ins Ohr hinein /
du erhizzte Dirne!
Vor Vergnugen wird sie roht /
kaum dab ich sie trukke –
schlagt dem aubverschehmbten Dodt
umb sein Maul die Krukke!

Venus / dein Rubinen-Glantz
darff uns itzt nicht fehlen!
Holla / auff zum Fakkel-Dantz /
Kayserin der Seelen!
Dein belihbter Zeit-Verdreib
soll uns racht scharmiren /
dan so braucht man seinen Leib
nicht erst zu purgiren!

Pfeiffen schon die Musici?
Klukkern schon die Glokkgen?
Clorimindgen bib zum Knie
lupfft ihr Daffet-Rokkgen.
Nicht blohb forn / auch Hindten-rum
wolbst sichs ihr aimabel /
drumb so ist sie / homo sum /
wab for meinen Schnabel!

Gantz und aubdermahben fein
schwanckt sich auch Ismene;
kom und schleub dich in mich rein /
weisse Lust-Sirene!
Kukk / mein wanckel-bahres Hertz
brannt dir schon wie Zunder!
Schanck mir drumb zu Schimpff und Schertz /
Venus / ihre Wunder!

Doris / stahts vergnugtes Huhn /
offt warstu mein Weibgen;
aub gebluhmtem Zizz-Kattuhn
strafft sich dir dein Leibgen.
Dein verehrtes Mittel-Stukk
gilt for mir Dukaten –
gleich so schippt sie mich zurukk /
weil ich wab verrathen!

Grittgen / du bist mir zu fett /
nie wirstu mich kriegen /
dab wir uns im Fehder-Bett
eins umbs andre schmigen.
Bun ich gleich kein Cawallir /
lihb ich doch die Schlancken /
die weit faster ihre Zihr
rund umb mich verrancken!

Lihblich drehn sich auff und ab
all die netten Dinger;
grabt mir nicht zu tieff hinab
die verlihbten Finger!
Sonstso / fischt sich wer wab her /
labt ers nicht gleich fahren –
Gottseydanck / wir sind nicht mehr
in den Kalber-Jahren!

Mops und Mopsa schnarchen itzt /
wir sind froh und munter;
ihren Silber-Firnib schwizzt
Luna auff uns runter.
Bib der kluge Haub-Hahn kreht /
gehn wir nicht zu Bette;
dan so ists genug gedreht –
lihbt euch umb die Wette!


Dafnis – Er ladt seine Gesollen auff einen Goldt-Fasan - ARNO HOLZ