Українська та зарубіжна поезія

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Die letzte Nacht

Ich hab’ zur Nacht gesessen
Mit euch im goldnen Saal;
Aus blanken Romern schob der Wein,
Sub duftete das Mahl.
Die Luft ging schwer, die Ampel warf
Trub ihren letzten Schein – –
Die Fenster auf! und kuhl und scharf
Schlagt Morgenwind herein.

Aufschreckt vom Schob des Buhlen
Die leichtgeschurzte Dirn,
Der Bursch springt auf und stobt die Faust
Hohnlachend an die Stirn.
Die Dirne reibt er dann empor,
Und kubt sie lang und heib,
Schwarz fallt sein Haar wie Trauerflor
Auf ihres Nackens Weib.

“Fullt einmal noch die Becher,
Genossen dieser Nacht.
Stobt mit mir an, frisch, auf den Tod,
Dies Glas sei ihm gebracht.
Du trinkst der Liebe, du der Lust –
Das all ist Tand und Schall,
Ein Hauch in fieberkranker Brust,
Der Tod besiegt das all.

Wann hab ich nicht die Locken
Mit Kranzen mir geschmuckt,
Wann sah ich je ein bluhend Weib,
Das nicht mein Gold beruckt!
Begehrt’ ich Ruhm, begehrt’ ich Macht,
Schon lag’s zu Fuben mir,
Mein Tag war Gluth und Gluth die Nacht –
Eins aber qualt mich hier.

Das eine macht mich mude,
Macht schaal mir Bett und Wein,
Das grinst mich an aus jedem Aug’
Wie marklos Todtenbein.
Das loscht am Himmel Licht und Tag,
Das zehrt die letzte Ruh, –
Die Frage ist’s, die tolle Frag’,
Wozu dies all, wozu?

Wo ist ein Lenz ohn’ Winter,
Ein Lieben ohne End’, –
Wo ist ein Feuer, das nicht matt
Zu Kohl’ und Asche brennt.
So ehern steht kein Fels, kein Land,
Dem nicht die Sundfluth droht –
Nur eins lebt ewig, eins halt Stand,
Das Leben ist der Tod.”

Er ruft’s und wie am Grabe
Halt plotzlich alles Ruh, –
Da zuckt ein Blitz, da fallt ein Schub,
Und leise haucht’s Wozu?
Die Dirne sturzt zur Thur und schreit,
Wirft klirrend den Pokal, –
Und durch die Fenster hell und breit
Gluht auf des Morgens Strahl.

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Die letzte Nacht - HEINRICH HART