Українська та зарубіжна поезія

Вірші на українській мові







Bubensonntag

Wenn ich einst, ein kleiner Bube,
Sonntags fruh im Bette lag,
und die helle Kirchenglocke
all das Schweigen unterbrach:

O wie schlupft’ ich dann so hurtig
aus dem Bett ins Kleid hinein,
und wie gern lieb ich das Fruhstuck,
um zuerst bei Gott zu sein!

Ein Gesangbuch unterm Arme,
eh’ ich’s Lesen noch verstand,
ging ich fort, gebeugten Hauptes,
fromm verschrankend Hand in Hand.

Kam mein Hundchen froh gesprungen,
schalt ich: “Komm mir nicht zu nah!”
Kaum dab ich, zur Seite schielend,
nach der Vogelfalle sah.

Fiel die Kirchentur nun knarrend
hinter meinem Rucken zu,
sprach ich furchtsam-zuversichtlich:
“Jetzt allein sind Gott und du!”

Langst mit ganzem, vollem Herzen
hing ich da an meinem Gott,
Doch, dab niemand ihn erblicke,
hielt ich stets fur eitel Spott.

Und so hofft’ ich jeden Morgen,
endlich einmal ihn zu seh’n;
war’s denn nichts in meinen Jahren,
stets um funfe aufzustehn?

Auf dem hohen Turm die Glocke
war schon lange wieder stumm,
der Altar warf dustre Schatten,
Graber lagen rings herum.

Drang ein Schall zu mir heruber,
dacht’ ich: jetzt wirst du ihn schaun!
Aber meine Augen schlossen
sich zugleich vor Angst und Graun.

Und dies Zittern, dies Erbangen
und mein kalter Todesschweib –
dab der Herr vorbeigewandelt,
galt mir alles fur Beweis.

Still und traumend dann zu Hause
schlich ich mich in suber Qual,
und mein klopfend Herz gelobte,
sich mehr Mut furs nachste Mal.

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Bubensonntag - FRIEDRICH HEBBEL