Українська та зарубіжна поезія

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Das Madchen im Kampf mit sich selbst

1. Schweigend sinkt die Nacht hernieder,
Und in tiefster Dunkelheit
Lost das Madchen ihre Glieder
Aus dem engen Sonntagskleid.
Aber ihre Hande irren
Bei den Locken dann und wann,
Und um diese zu entwirren,
Zundet sie ihr Lampchen an.

Schuchtern nun bei seinem Strahle
Schaut sie in des Spiegels Rund,
Und ihr tut zum ersten Male
Ihrer Schonheit Macht sich kund.
Tief errotend, dennoch zaudernd,
Blickt sie fort und fort hinein;
Dann, wie vor sich selbst erschaudernd,
Loscht sie schnell der Lampe Schein.

Leise in sich selbst versinkend
Und aus eignen Zaubers Glanz
Inniges Genugen trinkend,
Ist sie still und selig ganz.
Doch sie will die Lust bezwingen,
Weil sie aus ihr selber quillt,
Da verklart dies holde Ringen
Mailich sub ihr frommes Bild.

Und sie sieht’s mit halbem Bangen,
Dab, je mehr sie sich verdammt,
Ihr’s von Stirn und Mund und Wangen
Immer sternenhafter flammt.
Gottes eigner Finger leuchtet
Golden durch ihr Angesicht,
Und so wie ihr Blick sich feuchtet,
Loscht ihr Hauch zugleich das Licht.

2.Doch zu nie erschopftem Segen
Wird dies heilige Empfinden
Auch ihr Innerstes erregen
Und im Mab der Schonheit binden;

Aug’ in Aug’ mit sich im Spiegel,
Feite sie sich selbst auf immer;
Unzerbrechlich ist das Siegel,
Wie auch lockt der Erde Schimmer.

Diese wunderbaren Formen,
Die des Leibes Bau ihr schmucken,
Werden die verwandten Normen
Auch in ihre Seele drucken;

Und so wird ihr innres Leben
All die Harmonie erwidern,
Die sie mit geheimem Beben
Angeschaut in Leib und Gliedern.

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Das Madchen im Kampf mit sich selbst - FRIEDRICH HEBBEL