Українська та зарубіжна поезія

Вірші на українській мові



Perstet amicitiae semper venerabile Faedus!

Der Mensch hat nichts so eigen,
So wohl steht ihm nichts an,
Als dab er Treu erzeigen
Und Freundschaft halten kann;
Wann er mit seinesgleichen
Soll treten in ein Band,
Verspricht sich, nicht zu weichen
Mit Herzen, Mund und Hand.

Die Red ist uns gegeben,
Damit wir nicht allein
Vor uns nur sollen leben
Und fern von Leuten sein;
Wir sollen uns befragen
Und sehn auf guten Rat,
Das Leid einander klagen
So uns betreten hat.

Was kann die Freude machen,
Die Einsamkeit verhehlt?
Das gibt ein doppelt Lachen,
Was Freunden wird erzahlt;
Der kann sein Leid vergessen,
Der es von Herzen sagt;
Der mub sich selbst auffressen,
Der in geheim sich nagt.

Gott stehet mir vor allen,
Die meine Seele liebt;
Dann soll mir auch gefallen,
Der mir sich herzlich gibt;
Mit diesem Bunds-Gesellen
Verlach ich Pein und Not,
Geh auf den Grund der Hollen
Und breche durch den Tod.

Ich hab, ich habe Hertzen
So treue, wie gebuhrt,
Die Heuchelei und Scherzen
Nie wissentlich beruhrt;
Ich bin auch ihnen wieder
Von Grund der Seelen hold,
Ich lieb euch mehr, ihr Bruder,
Denn aller Erden Gold.


Perstet amicitiae semper venerabile Faedus! - SIMON DACH