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Dankgedicht an Heinrich Reichsfraf von Bruhl

Nimm Hochgebohrner Bruhl!
von mir diess Dancklied an!
Weil ich es mundlich itzt nicht mehr verrichten kan.
Im Elend baht ich Dich um des Augustus Namen
Um Seinen kalten Leib, von dem die Krafte kamen
Die deine Wohlfarth so vollkommen schon gebaut
Dass man Dich itzo noch zu Seinem Nachruhm schaut.
Ich bathe den August der lebet und regieret,
Der itzt nach Ihm wie Er den Konigs Zepter fuhret,
Dass Er mir gnadig sey. Die doppelt Hohe Kraft
Hat alle Noth und Qvaal auf einmahl weggeschaft.
August hat mich erhort, und Du hast mich gehoret,
Dass mir der Neid nichts nimmt, dass mich kein Lugner stohret.
Nunmehro steh ich still, und denck mit Lust zuruck
Ich bin dem Kummer gut, ich ehre nun mein Gluck
Das mir die Gnade bringt, ja durft ich ohn Verletzen
Der allerhochsten Gnad gar nichts entgegen setzen,
So wolt ich noch einmahl ins erste Elend gehn
Nur diese Hohe Gnad, nur Deine Huld zu sehn,
Die mich itzund erhalt; das halt ich wissen sollen
Wie gerne hatt ich Dich damahls verschonen wollen
Mit meinem Klaggeschrey. Allein verzeihe mir,
Ich flohe dazumahl in meiner Noth zu Dir
Nicht nur allein um mich, nein, alle meine Pflichten
Auch in der grossten Noth gebuhrend auszurichten.
Die Wahrheit muste Dir auch nicht verborgen seyn,
Sie ehrt den Landes-Herrn, macht das Gesetze rein,
Setzt diesen, der es schreibt ins festeste Vertrauen;
Deswegen liess ich mir vor keinem Umstand grauen,
So hertzhaft machte mich Dein Ruhm und meine Pflicht.
Vergieb mir noch einmahl, ô Herr! und zurne nicht
Dass ich es wiederhohl. Sonst klagt ich so im Leide
Itzt sag ich eben das aus wahrer Herzens Freude,
Nun bin ich doppelt stark an Einsicht Muth und Treu,
Du machst mir jeden Wunsch und alle Hoffnung neu,
Du nimmst Dich meiner an; Nun hab ich nichts zu klagen
Als dieses: Dass ich Dir nicht Danck genug kan sagen.
Gott! Der zwey Konigen das Hohe Hertz gelenckt,
Dass jeder Dich, ô Herr! mit Seiner Huld beschenckt,
Erhalte Dich dabey, dass Dein Geschick vollkommen.
Und ohne Wanken bleibt, so wie es zugenommen!
Dass an des Konigs Wahl man Deinen Werth erkennt,
Und jeder Dir Dein Gluck und Deine Hoheit gonnt,
Dass Reich, Staat, Land und Volck mit allen Freuden horen:
Gott schenckt Dir seine Huld, August halt Dich in Ehren!

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Dankgedicht an Heinrich Reichsfraf von Bruhl - FRIEDERIKE CAROLINE NEUBER