An Freund La Roche - FRIEDRICH HEBBEL

nachdem er an zwei aufeinander folgenden Tagen der Gefahr, im See zu ertrinken und im Badeerschlagen zu werden, glucklich entgangen war:

Zu welchen ungeheuren Dingen
Hat dich der Himmel noch ersehn?
Wie weit sollst du’s auf Erden bringen?
Das ist seit Casar nicht geschehn!

An zwei von deinen Julitagen
In allerauberster Gefahr,
Und dennoch nichts davongetragen,
Das ist noch mehr als wunderbar.

Gewib schwebt irgendeine Krone
Schon funkelnd uber deinem Haupt.
Der Kaiser fehlt dem deutschen Throne,
Der Papst ward jungst schon totgeglaubt.

So halte dich der Wahl gewartig,
Dab du der Volker Sehnen stillst;
Nur werde mit dir selbst erst fertig:
Ob Papst, ob Kaiser, was du willst.

An Freund La Roche