Українська та зарубіжна поезія

Вірші на українській мові







An die Thatigkeit

Sei mir gegrubt, im fruhen Morgenstrahle,
Du, die uns neues Leben bringt!
Dir dampft auf Sonnenhugeln, dir im Thale
Schon Weihrauch, den dein Odem trinkt.

Die Blumenknospe fangt sich an zu regen,
Und zittert und entfaltet sich,
Der hohe Eichenwald strebt dir entgegen,
Und rauschet himmelan durch dich.

Die Pflanze schiebt empor voll edler Safte,
Du pflegst den Keim, du trankst die Flur,
Du athmest, und dein Hauch geubt Lebenskrafte
Durch alle Adern der Natur.

Du jagst die Sturme durch die Meereswogen,
Der Donner rollt auf dein Gebot,
Du drangst die Sonne an den Himmelsbogen
Und farbst die Morgenwolken roth;

Machst, dab mein Fub emporstrebt, wenn ich wandle,
Mein Ohr vernimmt, mein Auge sieht,
Mein Arm sich kraftvoll ausstrekt, wenn ich handle,
Und meine Wange heiber gluht.

Was zittr’ ich? – o dein allgewaltig Leben,
Das in dem Puls der Schopfung spielt,
Ich fuhl’ es jetzt durch meine Seele beben,
Wie ich’s noch nie, noch nie gefuhlt.

Wie machtig ist der Mensch, wenn die Gedanken
Nach einem Ziele unverrukt
Hinstreben, und nicht weichen, und nicht wanken,
Bis erst die kuhne That geglukt.

Und diese Macht – wie kommt sie aus dem Schlafe,
Du allwurksame, als durch dich?
So oft sie in mir schlummert, o so strafe
Durch deinen lautsten Donner mich!

Und sende, wenn ein trages Selenfieber
Hinfort durch meine Adern schleicht!
Doch deinen guten Engel mir hinuber,
Der diesen Damon von mir scheucht!

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An die Thatigkeit - KARL PHILIPP MORITZ