Українська та зарубіжна поезія

Вірші на українській мові



Auf dem ‘Jungfernstieg’



Im Jagdanzug, noch in der Heidestille,
Steht plotzlich mir nach Hamburg Wunsch und Wille.
Gedacht, getan; mein Wagen fahrt mich schnell,
Und halt nach kurzer Fahrt vor Streit’s Hôtel.
Der Schlag klappt auf, die Kellnerlocken wehn,
Da seh ich dich bei mir vorubergehn.
Und unter alle die geputzten Leute
Schleppst du mich mit als deine Jagerbeute.
Im linken Arm trag ich mein Teckelvieh,
Rechts schreitest du, drei machen Kompagnie.
Und auf und nieder durch die Menschenwogen
Sind wir selbander plaudernd hingezogen.

Wie war es schon, wie lind die Juniluft,
Zuweilen zieht ein Parmaveilchenduft
Von dir wie eine Welle uber mich,
Und meine Seele jauchzt: Ich liebe dich.
Dein Sonnenschirm trifft ab und zu das Pflaster,
Ein Klang im Larme der Voruberhaster.
“Wie sonnverbrannt, ein Vetter der Mulatten”,
So neckst du mich im sichern Hauserschatten.
Und einmal, leise, rasch im Flusterton:
“Ein wenig schiefer noch den Hut, Baron.”
Der Alsterdampfer Pfeifen hor ich rufen,
Dein Lachen platschert uber Silberstufen.
So trieben wir im Treiben hin und her,
Uns beiden, glaub ich, war der Abschied schwer.

Mein Dachselhund, Herr Didel zubenannt,
Hat bis zuletzt sich angstlich umgewandt.
Wie war ihm schrecklich die nervose Menge,
Sie stieb ihn sichtlich in die grobte Enge.
Doch als ich Schlub gemacht auf Nummer acht,
Hat er nicht allzulange mehr gewacht.



Auf dem ‘Jungfernstieg’ - DETLEF VON LILIENCRON