Українська та зарубіжна поезія

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Demosthenes mit der einfeltigen witfrauen

Gedicht von Hans Sachs
Im lieben ton Caspar Singers.

22. juli 1547.

1.

Zu Athena ein witfrau sab,
die erbar, keusch und zuchtig was,
doch ser einfeltig uber mab;
als sie einmal
zwen gest het ausgesundert;
Als die nun wolten uber felt
reisen durch gebirg, wust und welt,
gaben sie der witwen das gelt,
golt an der zal
zu bhalten auf funfhundert
Zu iren treuen henden frei,
das sie ir keim solt geben,
es wer dan der ander darbei;
so wurs beschloben eben.
als es ein halbes jar anstunt,
da kam gar runt
der ein trugner darneben.

2.

Stellt sich traurig und klaget got,
sprach: “frau, mein gsell ist leider tot,
gebt die funfhundert gulden rot
mir in mein hant,
die ir uns bhielt selbander.”
Die frau gar ser einfeltig war,
on recht gab im die gulden dar.
nach dem uber ein viertel jar
kam auch zu lant
aus den schelken der ander;
Fordert sie fur gericht zur stunt
und wolt das gelt auch hane.
sie sich nicht verantworten kunt
niemant tet ir beistane.
das erbarmet Demosthenem
oratorem,
nam sich der witfrau ane.

3.

Fieng an und den gast selber fragt,
wie die sach stund, er selber sagt:
“sie hat uns bhalten mit dem pakt:
gar keinem solt
sies on den andern geben.”
Demosthenes der sprach: “jungling,
so sint beschloben dise ding:
ge hin und deinen gsellen bring,
so wirt das gelt
euch zugestellet eben.”
Ein gleich urteil gab das gericht
und kunt kein bebres finnen;
mit schanden zog ab der boswicht
und kunt gar nichts gewinnen.
wer noch mit leuten handlen wol,
der selbig sol
anfang und ent besinnen.

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Demosthenes mit der einfeltigen witfrauen - HANS SACHS