Українська та зарубіжна поезія

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Die Stadt

Er kam vom Hugel. Ein ferner Stern zog weib
Die Strabe zur Tiefe. Die Fube sprangen schnell,
Die Augen stachen durchs gelbgeballte Haar.
Die Nacht sprang aus der Erde, blau und leis.
Der weibe Stern stand weit, die Nacht lag hell.
Die Nacht zerriss den Stern zum weiben Paar,
Die Strabe wich zuruck in blauem Lauf,
Die Sterne zuckten hastig hoher auf.
Ein Wind zog heruber, irr von Geschrei und heib.

Er lief schon schwankend. Gluckselig sah er sacht
Die Strabe rollen rotlich zum silbernen Schein
Der riesigen Turme. Deren Lampen schwangen
Spielend mit den Ufern der blitzenden Nacht
An der Strabe uber verblassendem Stein.
Die Fube hoben sich zum Flug und sprangen.
Die Nacht wurde klein, die Strabe raschelte still.
Da schossen die Lampen zur Hohe und rissen schrill
Die Turme in den dunklen, ungeheuren Schacht.

Dunkel von Rocken und Huten schwankt eine Wand;
Nur ihm hing nackt das gelbe Haar ums Gesicht.
Das Schattengewuhl der Menge zog zur Stadt.
Da rissen die Turme die Strabe breit ins Licht,
Die Lampenaugen, ewig wach, zuckten matt
Über den Glanz der Hute ins steinerne Land.
Geschrei der Menge lief um die steilen Flanken
Der dunklen Terrasse. Sie saben lassig und tranken.
Da sah er zwischen den Turmen das Seil gespannt.

Ein nackter Schatten wiegte es. Er blieb stehn,
Die Menschen wichen schweigend zu den Seiten.
Er stand unterm Seil. Sie ruckten die Hute nicht.
Er sah die nackte Frau ubers Seil hingleiten.
Er stand ohne Atem. Er sah hoch oben das Licht
Laufen uber die hellen Schenkel und Zehn.
Zur Stadt hinter den Turmen drangte die Menge vorbei.
Ein Wind flog uber die Mauer, heib von Geschrei.
Niemand im schwarzen Gewuhl hatte aufwarts gesehn.

Die Augen der Lampen zuckten uber die Frau.
Das Seil schwankte kreisend, als sie schnell sprang.
Sie war ernst, hoch oben. Ein Turmlicht zischte weib,
Sie lachelte im Sprung zur Seite, wo es sang.
Das Turmlicht druckte ihr Haar im Schattenkreis
Hell auf die Nacht. Das Licht reckte sich lau
Zum blonden Stern des Bauchs. Ein Schattengurtel band
Sich schmal um sie. Flog hinauf. Verschwand.
Sie buckte sich und hob die Arme ins Blau.

Sie sprang ernst. Sie sah ihn und lachelte leer.
Die Menschen liefen zur Stadt durch die Mauler der Steine.
Er stand im Gewuhl ohne Atem. Das Turmlicht pfiff.
Über den steilen Glanz ihrer tanzenden Beine
Rannen siedende Blasen des Lichts hin und her –
Als sie plotzlich ins blaue Luftlicht griff.
Sie schwankt schon grinsend. Zur Nacht hinauf krallen
Zwei Falten. Aber niemand bleibt stehn. Sie muss fallen!
Der helle Stern ihres Bauchs zittert so sehr.

Die Hauser taumeln. Blass steigt ein weiter Kreis
Von bleichen Mauern auf im grunlichen Schein. –
Die Lampenaugen, ewig wach, zuckten matt
Über blaue Terrassen. Die Straben raschelten leis.
Im Schattengewuhl der Menge stand er klein.
Er lief klein und wild. Die Nacht sprang aus der Stadt.
Er lief uber den Hugel. Die Nacht lag hell.
Fern stand ein weiber Stern. Die Fube sprangen schnell.
Ein Wind zog heruber, bunt von Geschrei und heib.


Die Stadt - LUDWIG RUBINER