Українська та зарубіжна поезія

Вірші на українській мові



Seemorgen

Der Morgen frisch, die Winde gut,
Die Sonne gluht so helle,
Und brausend geht es durch die Flut;
Wie wandern wir so schnelle!

Die Wogen sturzen sich heran;
Doch wie sie auch sich baumen,
Dem Schiff sich werfend in die Bahn,
In toller Muhe schaumen:

Das Schiff voll froher Wanderlust
Zieht fort unaufzuhalten,
Und machtig wird von seiner Brust
Der Wogendrang gespalten;

Gewirkt von goldner Strahlenhand
Aus dem Gespruh der Wogen,
Kommt ihm zur Seit ein Irisband
Hellflatternd nachgeflogen.

So weit nach Land mein Auge schweift,
Seh ich die Flut sich dehnen,
Die uferlose; mich ergreift
Ein ungeduldig Sehnen.

Dab ich so lang euch meiden mub,
Berg, Wiese, Laub und Blute! –
Da lachelt seinen Morgengrub
Ein Kind aus der Kajute.

Wo fremd die Luft, das Himmelslicht,
Im kalten Wogenlarme,
Wie wohl tut Menschenangesicht
Mit seiner stillen Warme!


Seemorgen - NIKOLAUS LENAU