Українська та зарубіжна поезія

Вірші на українській мові







Liebe, der Poeten Wezz-stein

1.

Warum ich nur von Lieben
die Blatter voll geschrieben,
warum mein Buch verzartlet lacht:
mochte einer wundernd fragen.
Drum will ich selber sagen,
was mich darzu hat angebracht:

2.

Der Feuer-hauch der Musen
hat meinen engen Busen
mit solchen Flammen nicht geruhrt.
Apoll ist hier nicht Meister,
nicht Pallas, so die Geister
auff Helikons Gebusche fuhrt.

3.

Die Lust, die Red’ und Blicke,
der Glieder ihr Geschikke,
und was Rosillen mehr beschont:
Ihr Wesen, Kleidung, Lachen,
Betrubnib, Schlaf und Wachen
hat mich mit Efeu umgekront.

4.

Straks bin ich ein Poete,
wenn ihre Wangen-rohte
im weissem Alabaster blikkt.
Wenn in die goldne Seiten
will ihre Kehle streiten,
so wird’ ich aub mir selbst entzukkt.

5.

Ist wo ihr Leib entblosset:
so bin ich schon beflosset
mit Wasser aub dem Pferde-Gub.
Auff ihr Bewegen, regen,
wachst mir geschwind entgegen
ein Buch, das Troja trozzen mub.

6.

Der mag die Tugend melden
und der die alten Helden
aub Teutschland tragen zu Papier,
der hohe Sachen schreiben:
Ich will die Liebe treiben
und wie Rosille mir komt fur.

7.

Der Schiffer schwazzt von Sturmen,
der Krieger praalt von Turmen,
die er so oft erstiegen hat,
der Bauer lobt die Felder,
der Jager Wild und Walder,
der Reisender so manche Stat:

8.

Ich bin ein Jungfer-lieber,
die Zunge geht mir uber
von dehm, was aub dem Hertzen quillt.
Wer mich hierum will schelten,
der fluche den Gewalten,
die ob uns hat ein Weibes-Bild.

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Liebe, der Poeten Wezz-stein - KASPAR VON STIELER