Українська та зарубіжна поезія

Вірші на українській мові



Betrunken



Ich sitze zwischen Mine und Stine,
Den hellblonden hubschen Friesenmadchen,
Und trinke Grog.
Die Mutter ging schlafen.
Geht Mine hinaus,
Um heibes Wasser zu holen,
Kub ich Stine.
Geht Stine hinaus,
Um ein Brotchen mit aufgelegten kalten Eiern
Und Anchovis zu bringen,
Kub ich Mine.
Nun sitzen wieder beide neben mir.
Meinen rechten Arm halt ich um Stine,
Meinen linken um Mine.
Wir sind lustig und lachen.
Stine hakelt,
Mine blattert
In einem verjahrten Modejournal.
Und ich erzahl ihnen Geschichten.

Drauben tobt, hochst ungezogen,
Unser guter Freund,
Der Nordwest.
Die Wellen spritzen,
Es ist Hochflut,
Zuweilen uber den nahen Deich
Und sprengen Tropfen
An unsre Fenster.

Ich bin verbannt und ein Gefangener
Auf dieser vermaledeiten,
Einsamen kleinen Insel.
Zwei Panzerfregatten
Und sechs Kreuzer spinnen mich ein.
Auf den Wallen
Wachen die Posten,
Und einer ruft dem andern zu,
Durch die hohle Hand,
Von Viertel – zu Viertelstunde,
In singendem Tone:
Kamerad, lebst du noch?

Wie wohl mir wird.
Alles Leid sinkt, sinkt.
Mine und Stine lehnen sich
An meine Schultern.
Ich ziehe sie dichter und dichter
An mich heran.
Denn im Lande der Hyperboreer,
Wo wir wohnen,
Ist es kalt.

Ich trank das sechste Glas.
Ich stehe drauben
An der Mauer des Hauses,
Barhaupt,
Und schaue in die Sterne:
Der winzige, matt blinkende,
Grad uber mir,
Ist der Stern der Gemutlichkeit,
Zugleich der Stern
Der aubersten geistigen Genugsamkeit.
Der nah daneben blitzt,
Der grobe, feuerfunkelnde,
Ist der Stern des Zorns.
Welten-Ratsel.
Die Welt – das Ratsel der Ratsel.
Wie mir der Wind die heibe Stirn kuhlt.
Angenehm, hochst angenehm.

Ich bin wieder im Zimmer.
Ich trinke mein achtes Glas Nordnordgrog.
Kinder, erklart mir das Ratsel der Welt.
Aber Mine und Stine lachen.
Das Ratsel, bitt ich,
Das Ratsel der Welt.

Ich trinke das zehnte Glas.
Tanzt, Kinder, tanzt,
Ich bin der Sultan,
Ihr seid meine Georgierinnen,
Ich liebe euch,
Geht mit mir zu Bett.
Ich kann nicht tanzen mehr?
Wie sagte doch der Sultan
Im Macbeth?
Ich meine Shakespeare:
Trunkenheit reizt zur Liebe,
Aber die Beine,
Oder was sagte er,
Mochten gern, aber sie konnen nicht.
Madchens, unterstutzt mich,
Hebt mich,
Ich will eine Rede reden:
Die Welt ist das Tal der Kusse,
Die Welt ist der Berg des Kummers,
Die Welt ist das Wasser der Flussigkeit,
Die Welt ist die Luft des Unsinns.
Was sagte ich?
Ich setze mich.
Noch ein Glas Grog. Vorwarts!
Die Langeweile,
Verzeiht, Machens,
An eurer Seite,
Schandlich, das zu sagen,
Die Welt ist das Tal, das,
Das Tal der Langenweile.
Jetzt ist Macbeth,
Ich lieb euch, Machens,
Ich bin der Sultan,
Gebt mir Pantherfelle.
Die Sklaven, die Sklaven her!
Zum Donner, wo bleiben die Schufte!
Auf mein Lager tragt mich.
Ich will schlafen.
So, Macbeth,
Tanzen, tan-zen.
Gu’ Nacht,
Ich wer’ mu-de,
Gu’ Nach…
Wie-e?



Betrunken - DETLEF VON LILIENCRON