Українська та зарубіжна поезія

Вірші на українській мові





Der Trompeter von Sakkingen 14. Stuck – 4

I.

Wie stolz und stattlich geht er!
Wie adlig ist sein Mut!
Er ist nur ein Trompeter,
Und doch bin ich ihm gut.

Und hatt’ er sieben Schlosser,
Er sah’ nicht schmucker drein,
Ach Gott, und doch war’s besser,
Er wurd’ ein andrer sein!

Ach war’ er doch ein Ritter,
Ein Ritter vom goldnen Vlies!
– O Lieb’, wie bist du bitter,
O Lieb’, wie bist du sub! II.

Ach, nun sind es schon zwei Tage,
Dab ich ihn zuerst gekubt,
Und seit jener bosen Stunde
Alles wie verzaubert ist.

Meine Stube, drin so zierlich
Und so nett ich einst gehaust,
Steht in wirrem Durcheinander,
Dab mir vor mir selber graust.

Meine Rosen, meine Nelken,
Schauen welk und traurig drein,
Ach, ich glaub’, ich gob seit gestern
Statt mit Wasser sie mit Wein.

Meine gute weibe Taube
Hat kein Futter, hat kein Brot,
Und der brave Distelfink liegt
In dem Kafig schon halbtot.

Und mit blau und weiber Wolle
Ist am weiben Netz gestrickt,
Und mit weibem Garn ist in die
Bunte Stickerei gestickt.

Und wo sind die schonen Bucher,
Parzival und Theuerdank?
Glaub’ beinah’, ich warf die guten
Sanger in den Kuchenschrank.

Und die Kuchenteller stehen
Auf dem schmalen Bucherpult,
– Ach, an all dem groben Ungluck
Ist die Lieb’, die Liebe schuld! III.

Jetzt ist er hinaus in die weite Welt,
Hat keinen Abschied genommen,
Du frischer Spielmann in Wald und Feld,
Du Sonne, die meinen Tag erhellt,
Wann wirst du mir wieder kommen?

Kaum dab ich ihm recht in die Augen geschaut,
So ist der Traum schon beendet,
O Liebe, was fuhrst du die Menschen zusamm’,
O Liebe, was schurst du die sube Flamm’,
Wenn so bald und traurig sich’s wendet?

Wo zieht er hin? die Welt ist so grob,
Hat der Tucken so viel und Gefahren,
Er wird wohl gar in das Welschland gehn,
Und die Frauen sind dort so falsch und schon!
O mog’ ihn der Himmel bewahren!
Der Trompeter von Sakkingen 14. Stuck – 5
I.

Mir ist’s zu wohl ergangen,
Drum ging’s auch bald zu End’,
Jetzt bleichen meine Wangen,
Das Blatt hat sich gewend’t.

Die Blumen sind erfroren,
Erfroren Veil und Klee,
Ich hab’ mein Lieb’ verloren,
Mub wandern tief im Schnee.

Das Gluck labt sich nicht jagen
Von jedem Jagerlein,
Mit Wagen und Entsagen
Mub drum gestritten sein. II.

An wildem Klippenstrande
Ein Felsblock einsam ragt,
Ihn haben von dem Ufer
Die Wellen losgenagt.

Jetzt liegt er halb versunken
Landfern im grunen Meer.
Die weiben Mowen flattern
Schrill kreischend um ihn her.

Auf dunkeln Wasserpfaden
Tanzt spielend leicht ein Schiff,
Es klingt ein fremdes Singen
Heran zum Felsenriff.

“O wenn ich doch am Rheine
Bei meiner Liebsten war’,
O Heimat, alte Heimat,
Wie machst das Herz du schwer!”III.

Die Sommernacht hat mir’s angetan,
Das ist ein schweigsames Reiten,
Leuchtkafer durchschwirren den dunkeln Grund
Wie Traume, die einst zu guter Stund’
Das sehnende Herz mir erfreuten.

Die Sommernacht hat mir’s angetan,
Das ist ein schweigsames Reiten,
Die Sterne funkeln so fern und grob,
Sie spiegeln so hell sich im Meeresschob,
Wie die Lieb’ in der Tiefe der Zeiten.

Die Sommernacht hat mir’s angetan,
Das ist ein schweigsames Reiten,
Die Nachtigall schlagt aus dem Myrtengestrauch,
Sie schlagt so schmelzend, sie schlagt so weich,
Als sang’ sie verklungene Leiden.

Die Sommernacht hat mir’s angetan,
Das ist ein schweigsames Reiten,
Das Meer geht wild, das Meer geht hoch;
Was braucht’s der verlorenen Tranen noch,
Die dem stillen Reiter entgleiten? IV.

Sonne taucht in Meeresfluten,
Himmel blitzt in letzten Gluten,
Langsam will der Tag verscheiden,
Ferne Abendglocken lauten –
Dein gedenk’ ich, Margareta.

Haupt gelehnt auf Felsens Kante,
Fremder Mann in fremdem Lande,
Um den Fub die Wellen schaumen,
Durch die Seele zieht ein Traumen –
Dein gedenk’ ich, Margareta. V.

O Romerin, was schaust du
Zu mir mit sengenden Blicken?
Dein Aug’ ist schon, doch nimmer wird’s
Den fremden Mann berucken.

Jenseits der Alpen steht ein Grab,
Gegraben am grunen Rheine,
Drei wilde Rosen bluhen darauf,
Seine Liebe liegt dareine.

O Romerin, was schauest du
Zu mir mit sengenden Blicken?
Dein Aug’ ist schon, doch nimmer wird’s
Den fremden Mann berucken. VI.

Nun schreit’ ich aus dem Tore
Ins weite, ode Feld,
Dort ist der grobe Kirchhof
Der alten Romerwelt.

Die ruht von Lieb’ und Hasse,
Von Lust und Kampf und Straub
Dort an der appischen Strabe
Im Marmorgrabe aus.

Mich grubt der Turm, verguldet
Vom Abendsonnenstrahl,
Cacilia Metella,
Dein trutzig Totenmal.

In seinen Trummern steh’ ich,
Den Blick gen Nord gewandt,
Da fliegen die Gedanken
Weit ubers welsche Land

Zu einem andern Turme,
Der hat viel klein’re Stein,
Am rebumrankten Fenster
Sitzt die Herzliebste mein. VII.

Nun liegt die Welt umfangen
Von starrer Winternacht,
Was frommt’s, dab am Kamin ich
Entschwundner Lieb gedacht?

Das Feuer will erloschen,
Das letzte Scheit vergluht,
Die Flammen werden Asche,
Das ist das End vom Lied,

Das End vom alten Liede,
Mir fallt kein neues ein,
Als Schweigen und Vergessen –
Und wann vergab’ ich dein? VIII.

Das drangt und jubelt, singt und klingt
Durch Roms verwitterte Straben,
Die Narrheit hoch die Fahne schwingt,
Die Maskenschwarme rasen.

Den Korso auf und nieder jagt
Die leichte Schar der Wagen,
Da wird die grobe Blumenschlacht
Des Karnevals geschlagen.

Mit Ros’ und Veilchen wird scharmutzt,
Hei! wie die Straube fliegen!
Der traf – Gluck zu! ihr Auge blitzt –
Wirf weiter, – du wirst siegen!

Auch du, mein Herz, sei freudig heut,
Vergib, was du gelitten,
Lab alte Zeit und altes Leid
Von Blumen uberschutten! IX.

Am grunen See von Nemi
Ein alter Ahorn steht,
Durch die laubschweren Wipfel
Ein traurig Flustern geht.

Am grunen See von Nemi
Ein junger Spielmann sitzt,
Er summt ein Lied, derweil ihm
Die Tran’ im Auge blitzt.

Am grunen See von Nemi
Die Flut zieht leis und still:
Der Ahorn und der Spielmann,
Weib keiner, was er will.

Am grunen See von Nemi
Ist die allerfeinste Schenk’,
– Preiswurd’ge Makkaroni,
Preiswurdigstes Getrank.

Der Ahorn und der Spielmann
Sind zwei verruckte Leut’,
Sonst gingen beid’ hinuber
Und tranken sich gescheit. X.

Im Herz tobt altes Grollen,
Der Sturm pfeift durch die Luft –
“Du kommst mir eben rechte
Des Weges, welscher Schuft!

Dein Dolchstob ist parieret,
Nun, werter Freund, hab acht,
Wie auf den welschen Schadel
Die deutsche Klinge kracht!”

– Die Sonn’ war untergegangen
Fern, fern beim Vatikan;
Sie schien des andern Morgens
Auf einen toten Mann. XI.

O Ponte molle, du treffliche Bruck,
Bei der ich geschlurft schon manch tapfern Schluck
Aus strohumflochtener Flaschen,
O Ponte molle, was ist mit dir?
Als einsamer Trinker sitz’ ich allhier,
Kaum mag ich des Weines naschen.

O Ponte molle, ‘s war seltsam heut,
Die sube verklungene Jugendzeit
Und die alte Liebe kam wieder,
Es zieht ein heiber Scirocco durchs Land,
Im Herzen lodert der alte Brand,
Es regt sich wie Sange und Lieder.

O Tibrisstrom, o Sankt Peters Dom!
O du ganzes gewaltig allmachtiges Rom!
– Mogt allsamt gestohlen mir werden.
Wohin auch die unstete Fahrt mich trieb,
Die stille, holdselige Schwarzwaldlieb
Bleibt doch das Schonste auf Erden.

O Ponte molle, – wie war sie schon!
Und mubt’ ich viel tausend Fraulein noch sehn,
Ich priese doch steht nur die Eine.
Und kame sie jetzo des Wegs vorbei,
Dir selbst, du solides Quadergebau,
Durchzuckte es Mark und Gebeine.

Doch vergeblich die Sehnsucht, vergeblich das Leid.
Die Sonn’ ist zu gluhend, der Weg zu weit
Und das Fliegen noch nicht erfunden.
Padrone, noch eine Flasche herein!
Der perlenreiche Orvietowein
Mag auch dem Traurigen munden.

O Ponte molle, du treffliche Bruck,
Ich glaube, du lohnest mit bosem, Spuk,
Dab ich mich in Traumen verloren!
Es wirbelt ein Staub an der Heerstrab’ auf;
Jetzt sperrt mir ein Ochsen – und Buffelhauf’
Den Heimweg zu Romas Toren! XII.(Monte Testaccio.)

I weib nicht, was da noch werden soll?
Schon dammert’s im feuchten Grunde,
Die Fledermaus mach ahnungsvoll
Um den alten Stadtwall die Runde,
Am Scherbenberg wird’s od und still,
Ich glaub’, die alte Wirtin will
Bereits die Schenke verschlieben.

Ein Kauzlein hor’ ich druben schrei’n,
Wo die Grabzypressen trauern,
Campagnanebel ziehen herein,
Verhullt stehen Tor und Mauern;
Es wogt und wallt wie ein Geisterheer
Um Cestius’ Pyramide her
Was mogen die Toten wollen?

Jetzt zuckt und flammt um den Berg ein Licht,
Die grauen Wolken verfliegen;
Es kommt mit neidisch gelbem Gesicht
Der Vollmond aufgestiegen,
Er scheint so grell, er scheint so fahl,
Er scheint mir mitten in Weinpokal,
Das kann nichts Gutes bedeuten.

Und wer von der Liebsten scheiden gemubt,
Dem wird sie nur um so lieber,
Und wer zu lang in der Nachtluft sitzt,
Bekommt in Rom das Fieber.
Schon loscht die Wirtin die Lampe aus –
Felice notte! ich geh’ nach Haus,
Die Zeche bezahl’ ich morgen. XIII.

Hell schmetternd ruft die Lerche
Mich aus dem Traume wach,
Es grubt im Morgenschimmer
Der junge Fruhlingstag.

Im Garten rauscht die Palme
Geheimnisvoll bewegt,
Ans ferne Meeresufer
Die Brandung schaumend schlagt.

Und ehern blau der Himmel,
Gulden der Sonnenschein,
Mein Herz, was willst du weiter?
Stimm in den Jubel ein!

Und sing ein Lied zum Preise
Deinem alten Gott und Herrn,
Er hat dich nie verlassen,
Du nur, du bist ihm fern. XIV.

Im Dienst – im Dienst! o schlimmes Wort,
Das klingt so starr und frostig;
Die Lieb’ ist hin, der Lenz ist fort,
Mein Herz, werd’ mir nicht rostig.

Trompete sieht mich traurig an,
Mit Flor ist sie umhangen;
Sie haben den lustigen Fiedelmann
In Kafig eingefangen.

Die schwere Zeit, die schwere Not
Sank lastend auf ihn nieder,
Mub spielen um sein taglich Brot –
Verstummt sind seine Lieder.

Der einst, die Zither leicht im Arm,
Sang an des Rheines Welle,
Schlagt jetzt den Takt – dab Gott erbarm!
In der Sistinschen Kapelle.

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Der Trompeter von Sakkingen 14. Stuck – 4 - JOSEPH VICTOR VON SCHEFFEL