Українська та зарубіжна поезія

Вірші на українській мові







Erste Hoffnung

Mein Freund hat mir ein Bild gemalt:
Maria weint vor Wonne
und ist von lauter Sonne
uberstrahlt.
Wer weib die Melodie dazu?

Mein Freund hat mir ein Wort gesagt;
das klang so fern begluckend,
mir schlag das Herz so druckend,
so verzagt.
Wer weib die Melodie dazu?

.Mein Freund hat mir ein Lied gemacht;
es ist ein Lied vom Leben,
ich fuhl es in mir beben
Tag und Nacht.
Wer weib die Melodie dazu?

0 Leben! o Liebe! wie geht sie verandert,
die seligen Augen von Schatten umrandert,
und lacht kaum.
Und ist doch mein Madel, mein sonniges, flottes;
nun will ich sie malen als “Mutter Gottes
am Ufer”.

Die Hande uber den Schoob gebreitet,
die seligen Augen ins Land geweitet,
und Fruhling:
so soll sie zwischen den Binsenspitzen
am Ufer im Kahn unterm Weidenbusch sitzen
und warten.

Nackt flimmern die Zweige, die Knospen platzen;
links oben im Bilde schnabeln zwei Spatzen,
wie damals.
Und hinter ihr wolbt sich der blankblaue See;
da stecken vier funf Enten die Stietze in die Hoh,
wie immer.

Zehn rudernde Beine in emsiger Runde;
die Halse, die suchen was unten im Grunde
der Wellen –
der Wellen, die wimmelnd wie lauter Pfeilspitzen
aus eitel Silber zum Himmel aufblitzen,
rechts oben.

Denn links stand ein Ahorn, mit knallgelben Bluten.
Nun, Madel, mein braunes, mag Gott dich behuten,
verdammt ja:
wie werd’ ich mich blos so als Vater betragen,
herrjee ja, und was wird das Publikum sagen,
oh Mutter Gottes!

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Erste Hoffnung - RICHARD DEHMEL