Українська та зарубіжна поезія

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Es spricht der Unweisen Mund

Es spricht der Unweisen Mund wohl:
Den rechten Gott wir meinen;
Doch ist ihr Herz Unglaubens voll,
Mit Tat sie ihn verneinen.
Ihr Wesen ist verderbet zwar,
Vor Gott ist es ein Greuel gar;
Es tut ihr keiner kein Gut.

Gott selbst vom Himmel sah herab
Auf aller Menschen Kinden,
Zu schauen sie er sich begab,
Ob er jemand wurd finden,
Der sein Verstand gerichtet hatt,
Mit Ernst nach Gottes Worten Tat
Und fragt nach seinem Willen.

Da war niemand auf rechter Bahn,
Sie warn all ausschritten,
Ein jeder ging nach seinem Wahn
Und hielt verlorne Sitten.
Es tat ihr keiner doch kein Gut,
Wiewohl gar viel betrog der Mut,
Ihr Tun mubt Gott gefallen.

Wie lang wollen unwissend sein,
Die solche Muh aufladen
Und fressen dafur das Volk mein
Und nahrn sich mit seim Schaden?
Es sieht ihr Trauen nicht auf Gott,
Sie rufen ihm nicht in der Not,
Sie wolln sich selbst versorgen.

Darum ist ihr Herze nimmer still
Und steht allzeit in Forchten;
Gott bei den Frommen bleiben will,
Dem sie mit Glauben horchen,
Ihr aber schmaht des Armen Rat
Und hohnet alles, was er sagt,
Dab Gott sein Trost ist worden.

Wer soll Israel, dem armen,
Zu Zions Heil erlangen?
Gott wird sich seins Volks erbarmen
Und losen, die gefangen.
Das wird er tun durch seinen Sohn,
Davon wird Jakob Wonne han
Und Israel sich freuen.

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Es spricht der Unweisen Mund - MARTIN LUTHER