Українська та зарубіжна поезія

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Ach Gott, vom Himmel sieh darein

Ach Gott, vom Himmel sieh darein
Und lab dich das erbarmen,
Wie wenig sind der Heiligen dein,
Verlassen sind wir Armen.
Dein Wort man labt nicht haben wahr,
Der Glaub ist auch verloschen gar
Bei allen Menschenkindern.

Sie lehren eitel falsche List,
Was eigen Witz erfindet,
Ihr Herz nicht eines Sinnes ist
In Gottes Wort gegrundet.
Der wahlet dies, der ander das,
Sie trennen uns ohn alle Mab
Und gleiben schon von auben.

Gott wollt ausrotten alle Lahr,
Die falschen Schein uns lehren,
Dazu ihr Zung stolz offenbar
Spricht: Trotz, wer wills uns lehren!
Wir haben Recht und Macht allein,
Was wir setzen, das gilt gemein,
Wer ist, der uns sollt meistern?

Darum spricht Gott: Ich mub auf sein,
Die Armen sind verstoret.
Ihr Seufzen dringt zu mir herein,
Ich hab ihr Klag erhoret.
Mein heilsam Wort soll auf den Plan,
Getrost und frisch sie greifen an
Und sein die Kraft der Armen.

Das Silber, durchs Feuer siebenmal
Bewahret, wird lauter funden;
Am Gotteswort man warten soll
Desgleichen alle Stunden.
Es will durchs Kreuz bewahret sein,
Da wird sein Kraft erkannt und Schein
Und leucht stark in die Lande.

Das wollst du, Gott, bewahren rein
Vor diesem argen Gschlechte
Und lab uns dir befohlen sein,
Dab sichs in uns nicht flechte.
Der gottlos Hauf sich umher findt,
Wo diese lose Leute sind
In deinem Volk erhaben.

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Ach Gott, vom Himmel sieh darein - MARTIN LUTHER