Українська та зарубіжна поезія

Вірші на українській мові







Barbillchen, die Zukker-dokke

1.

Du subbeliebtes Honig-kind,
Barbillchen, Labnub meiner Seelen,
der Indiens susse Zukker-holen
an Anmuht nicht zugleichen sind.
Ich wil es, dab es alle wissen,
warum ich dich so offt mub kussen.

2.

Der Zukker-trozz, der Nektar-Wein,
der in den goldnen Demant-schaalen
springt bey der Gotter Feyermahlen
macht, dab sie ewig trunken sein,
weil deb Geschmakks, des Zukker-sussen
sie nimmer mogen satt geniessen.

3.

Dein unverglichner Labsal-Mund
ist solch’ ein Nektar meinem Herzen,
fur meiner Liebe Wermuht Schmerzen.
Was aub Hymettens bunten Grund’
am Morgen die bemuhte Biene
azzt ab, ist deiner Jugend grune.

4.

Sub ist der goldnen Haare Band,
sub deiner Stirne rund umfangen,
sub die Zinober-rote Wangen,
sub deiner Augen heller Brand.
Dem Lippen-tau, dem Zukker-reichen
mub susser Alakant auch weichen.

5.

Dein Atem susser, denn Kaneel,
sub deines Halses schmale Lange,
sub deiner Bruste Perl-geprange,
sub ihr’ Inwohnerinn, die Seel.
Sub deine Rede, sub dein Lachen,
dein Schlaffen, susser, ach! dein wachen.

6.

Sub deine Kleider, sub dein Rokk
das Fuppchen drein ist sub darneben,
da weist, was du mir draub gegeben.
Barillchen, susse Zukker-dokk’
Ich schmekke dunkt mich, noch die Gaben,
die auch die Todten konnen laben.

7.

Das susseste, so an dir ist,
mub ich, ungerne zwar, verschweigen,
doch kan es uber alles steigen,
was je die Sterblichen versubt.
Die Susse, so es von sich giebet
macht Leib und Geist zugleich verliebet.

8.

Man sagt wol, dab was sussers nicht
sey, als der sanffte Schlaaff zufinden?
das kan ich leicht daher entgrunden:
als neulich uns verschwand das Licht,
war mir das wachen also susse,
dab ich den Schlaaff drum fahren liesse.

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Barbillchen, die Zukker-dokke - KASPAR VON STIELER