Українська та зарубіжна поезія

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Abschied

Sube und geliebte Dame,
Meiner Seele schone Furstin, –
Stets gepriesen sei dein Name! –
Wundenkrank und blab vom Grame
Biet’ ich dir den letzten Grub.

Bei der Lampe fahlem Scheine,
In dem dustren Wirthshaus traum’ ich
Einsam nun und ganz alleine
Hinter schwerem Spanierweine,
Trinke seinen heiben Duft.

Ha… wie stromt’s da auf mich nieder,
Schwinden nicht die dunklen Bogen?
Jasminduft… weib bluht der Flieder,
Sommernacht umfangt mich wieder,
Silbern blitzt die feuchte Luft.

Mondlicht… Bluthenduft… und druben
Schlag der Nachtigall im Laubwerk…
Sanfte Citherklange huben,
Und aus meiner Seele truben
Kammern wichen Leid und Angst.

Ei, was war mir alles Hassen,
Dachte nur an Deine Schonheit,
Als Du hinschrittst durch die Gassen
Einstmals, stand ich ganz verlassen
An der Kirche dunklem Thor.

Stand und sah dich! – Wie durchflossen
Plotzlich Licht und Gluth mein Dasein,
Sonnen mir im Herzen sprossen,
Welten sah ich aufgeschlossen,
Und ich fuhlte Gottes Kub.

Wie die Nacht dem goldnen Tage,
Liebestrunken folg’ ich zitternd
Dir seitdem, dab ich dir sage,
Was ich leide und ertrage,
Dab mein Ich in Dir erstarb.

Nun, da nacht’ge Zauber fluthen
Durch die Lufte, auf den Erdball,
Heiber alle Sinne bluten,
Heiber alle Herzen gluthen,
Wandle ich vor deiner Thur.

Rothlich glanzt der sube Flimmer
Lichts in deinem hohen Saale, –
O Madonna, soll ich nimmer
Deines Kleides seidnen Schimmer
Heut’ am Fenster noch erspah’n?

Einmal nur auf dem Balkone
Zeige dich, mein Seelentraumbild,
Wie die Mutter mit dem Sohne
Hoch auf guldnem Himmelsthrone
Zwingst du mich, im Staub zu knien…

Sommernachte, – trunkne Stunden,
Da ich so vor ihrem Fenster,
Blutend aus vielsuben Wunden,
Lauten und mit leisen Munden
Sang, ein blasser Troubadour.

Da ich spahend alle Wege
Niedersah, ob nicht ein Bursche
Girrend kam’ mir ins Gehege, –
Hei, wie hatten meine Schlage
Liebeswunden ihm versetzt.

Da mit Veilchen und mit Rosen
Ich des Nachts ihr Fenster kranzte,
Und mit kecken Studiosen
Standchen brachte und in losen
Reimen meine Liebe sang.

Bis ihr Fenster leise klirrte,
Leise… leise aufgeschlossen,
Eine dunkle Rose schwirrte…
Trug war’s nicht, der mich verwirrte! …
Gerade mir zu Fuben fiel.

Herrin, tausend herrl’che Tage
Diente ich in deiner Liebe,
Nun wie eine schone Sage,
Reich an Jubel und an Klage,
Tont Erinnrung in mein Ohr.

Weibe Stirn und blanke Bruste, –
Flammenaugen – Feuerlocken –
Rothe Lippen, vielgekubte –
Zeit der Wonnen, Zeit der Luste,
Dein gedenk’ ich, Jugendtraum!

Liebestraum, du Rosengarten –
Sternenlicht – weinvolle Schale –
Kranz der Holl’ und Himmelsfahrten,
Unter deinen Goldstandarten
Zogen mir drei Jahre hin.

Hab’ von weichem Arm umschlungen
Dich gekostet bis zum Grunde…
Hab’ gejauchzt und hab’ gesungen,
Hab’ gelitten und gerungen
Als ein treuer Troubadour.

Mude, stumm und ganz verlassen
Lieg’ ich nun bei fahlem Lichte, …
Drauben tont es durch die nassen
Regenuberstromten Gassen
Wie ein fernes Liebeslied.

Hast mein Herze schnod verrathen,
Trinkst die Lieb’ aus andrem Kelche, – –
Hagelwetter meiner Saaten,
Ich verachte deine Thaten,
Neuer Lenz gluht mir im Blut.

Greife nach dem Helm, dem blanken,
Nach dem Schwert und hartem Schilde, –
Auf dem Schlachtfeld der Gedanken
Reit’ ich trotzig in die Schranken,
Todesdurstig – liebesbleich!

Menschheit, du unwandelbare
Schonste, ewigjunge Bluthe,
Dunkles Rathsel – einzigwahre
Gottheit Du! – welch’ wunderklare,
Liebe fullt fur dich mein Herz.

Lab der Brust mein Blut entwallen,
Lab fur dich mich jubelnd sterben,
Ja, fur deine Gotterhallen
Will ich kampfen, will ich fallen
Allgeliebt – Allliebende!

Doch im letzten Todesbeben,
Wenn sich neigt die blasse Stirne,
Wird mich noch ein Duft von Reben
Und von Rosen lind umweben,
Meiner Jugend Liebestraum!

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Abschied - JULIUS HART