Waldeinsamkeit. VII. Waldbrand - JOSEPH VICTOR VON SCHEFFEL

Auf Freud’ folgt Leid, auf Lust folgt Grauen –
Was ist dort fur ein Wolklein zu schauen?
Das Wolklein wird Wolke, die unheilerfullt
Den Waldsaum und Wald in Rauchmassen hullt;
Drin leuchtets und zungelts und nordwindentfacht
Bricht ein Flammenmeer los mit verheerender Macht,
Das knistert und prasselt und leckt und loht,
Bis empor zu den Wipfeln in Goldgelb und Roth.
Schnell braunt sich das Laub, das Astwerk zerspellt,
Mit sturzenden Stammen bedeckt sich das Feld,
Und vorwarts walzt sich zum offenen Land
Widerstandlos der entsetzliche Brand. . .
In machtigen Sprungen, die Schnauze voll Schaum,
Setzt kunstgerecht uber den rauchenden Baum,
Der gerostet zerbarst, ein behender
Feistkraftiger Vierzehnender.
Ihn jagt kein sterblicher Jagersmann;
In gluhrothem Mantel durchwuthet den Tann
Mit hollischem Heerschargetose
Des Glutwinds Sohn, Typhon der Bose.

Waldeinsamkeit. VII. Waldbrand