Українська та зарубіжна поезія

Вірші на українській мові







Der farendt Schuler im Paradeib

Die Pewrin gehet ein
vnnd spricht:

Ach wie manchen seufftzen ich senck,
Wenn ich vergangner zeit gedenck,
Da noch Lebet mein erster Man,
Den ich ye lenger lieb gewan,

5
Dergleich er mich auch wiederumb,
Wann er war einfeltig vnd frumb.
Mit jm ist all mein frewdt gestorben,
Wie wol mich hat ein andr erworben.
Der ist meimb ersten gar vngleich,

10
Er ist karg vnd wil werden Reich,
Er kratzt vnd spardt zusam das gut,
Hab bey jm weder frewdt noch mut.
Gott gnad noch meinem Man, dem alten,
Der mich viel freundtlicher thet halten;

15
Kundt ich jm etwas guts noch than,
Ich wolt mich halt nit saumen dran.

Der farendt Schuler gehet ein
vnnd spricht:

Ach liebe Mutter, ich kumb herein,
Bit, lab mich dir befolhen sein,
Mit deiner milten handt vnd gab;

20
Wann ich gar viel der kunste hab,
Die ich in Buchern hab gelesen.
Ich bin in Venus berg gewesen,
Da hab ich gsehen manchen Buler;
Wib, ich bin ein farender Schuler

25
Vnd fahr im Lande her vnd hin.
Von Parib ich erst kummen bin
Itzundt etwa vor dreien tagen.

Die Pewrin spricht:

Secht, lieber Herr, was hor ich sagen,
Kumbt jr her aub dem Paradeib?

30
Ein ding ich fragen mub mit fleib,
Habt jr mein Man nicht drin gesehen?
Der ist gestorben in der nehen,
Doch vast vor einem gantzen Jar,
Der so frumb vnd einfeltig war;

35
Ich hoff je, er sey drein gefaren.

Der farendt schuler spricht:

Der Seel so viel darinnen waren;
Mein fraw, sagt, was hat ewer Man
Fur kleider mit jm gfurdt daruan?
Ob ich in darbey mocht erkennen.

Die Pewrin spricht:

40
Die kan ich euch gar baldt genennen:
Er her ach auff ein plaben hut
Und ein leilach, zwar nit vast gut,
Darmit hat man zum grab besteht.
Kein ander kleidung er sunst het,

45
Wenn ich die warheit sagen sol.

Farendt schuler spricht:

O liebe Fraw, ich kenn jn wol,
Er geht dort vmb ohn hossn vnd schuch,
Vnd hat ahn weder hem noch bruch,
Sonder wie man jn legt ins grab;

50
Er hat auff seinen hut blietschplob
Vnd thut das leilach vmb sich hullen.
Wenn ander brassen vnd sich fullen,
So hat er gar kein pfenning nicht.
Als denn er so sehnlich zusicht

55
Vnd mub nur des Almusen leben,
Was jm die andern Seelen geben;
So ellendt thut er dort vmbgan.

Die Pewrin spricht:

Ach, bist so ellendt dort mein Man,
Hast nit ein pfenning in ein badt?

60
Nun ists mir leidt, auch jmmer schadt,
Das du solt solche armut leiden.
Ach, lieber Herr, thut mich bescheiden,
Wert jr wider ins Paradeib?

Der farendt Schuler spricht:

Morgen mach ich mich auff die reib,

65
Vnd kumb hienein in viertze tagen.

Die Pewrin spricht:

Ach, wolt jr etwas mit euch tragen,
Ins Paradeis bringen meim Man?

Der farendt Schuler spricht:

Ja, Fraw, ich wil es geren than,
Doch was jr thon welt, thut mit eil.

Die Pewrin spricht:

70
Mein Herr, verziecht ein kleine weil,
Zu sammen wil das suchen ich.

Sie geht aub.
Der farendt Schuler redt mit jm selb
vnnd spricht:

Das ist ein recht einfeltig Viech
Vnd ist gleich eben recht fur mich,
Wenn sie viel gelts vnd kleider brecht,

75
Das wer fur mich als gut vnd recht,
Wolt mich baldt mit trollen hienaub,
Eh wann der Pawer kemb ins Haub.
Er wirt mir sunst mein sach verderben;
Ich hoff, ich wol den alten erben.

Die Pewrin bringet jhm ein purlein
vnd spricht:

80
Mein Herr, nun seit ein guter pot,
Nemet hin die zwolff gulden rot,
Die ich lang hab gegraben ein
Da aussen in dem Kuestal mein,
Vnd nemet auch das purlein ahn

85
Vnd bringt das alles meinem Man
In jene Welt ins Paradeib,
Darinn er finden wirt mit fleib
Zu einem rock ein plobes tuch,
Hossen, joppen, hemb vnd bruch,

90
Sein taschen, stiffl, ein langes messer.
Sagt jm, zum nechsten wers noch besser,
Ich wil jn noch mit Gelt nit lassen.
Mein Herr, furdert euch auff der strassen,
Das er baldt aub der armut kumb,

95
Er ist je einfeltig vnd frumb,
Ist noch der liebst vnter den zweien.

Der farendt schuler nimmet das burlein
vnnd spricht:

O wie wol wirt ich jn erfrewen,
Das er mit andern am Feyrtag
Etwan ein vrten trincken mag,

100
Auch spiln vnd ander kurtzweil treiben.

Die Pewrin spricht:

Mein Herr, wie lang wert jr aub bleiben,
Das jr mir bringt ein botschafft wider?

Der farendt Schuler spricht:

O ich kumb so baldt nicht herwider,
Wann der weg ist gar hardt vnd weit.

Die Pewrin spricht:

105
Ja so mocht jm in mitler zeit
Etwan wiederumb gelts gebrechen
Zu baden, spielen vnd Wein zechen,
Bringt jm auch die alt behmisch groschen.
Wenn wir nun haben aubgetroschen,

110
Kan ich baldt wider gelt abstelen,
Vnd das vor meinem Man verhelen,
Das ichs in dem Kustal ein grab
Wie ich auch dib behalten hab.
Seht, habt euch den Taler zu lahn

115
Vnd grust mir fleissig meinen Man.

Der farendt schuler gehet ab,
Die Pewrin hebet ahn zu singen laut:

Pawren Meidlein, lab dirs wolgefallen.

Der Pawr kummet vnnd spricht:

Alta, wie das so frolich bist,
Sag mir baldt, was die vrsach ist?

Die Pewrin spricht:

Ach lieber Man, frew dich mit mir,

120
Grob freudt hab ich zu sagen dir.

Der Pawer spricht:

Wer hat das Kalb ins aug geschlagen?

Die Pewrin spricht:

Ach sol ich nit von wunder sagen?
Ein farendt Schuler mir zu frummen
Ist aub dem Paradeib herkummen,

125
Der hat mein alten Man drin gsehen,
Vnd thut auff seinen Aidt verjehen,
Wie er leidt so grosse armut,
Hab nichts den seinen ploben hut
Vnd das leilach in jener Welt,

130
Weder rock, hosen oder gelt.
Das glaub ich wol, das er nichts hab,
Denn wie man jn legt in das grab.

Der Pawer spricht:

Wolst nicht etwas schicken deim Man?

Die Pewrin spricht:

O lieber Man, ich habs schon than,

135
Im geschickt vnser blabes tuch,
Hosen, joppen, hemb, stiffl vnd bruch,
Auch fur ein gulden kleines gelt,
Das er jms brecht in jene Welt.

Der Pawer spricht:

Ey, du hast der Sach recht gethan.

140
Wo ist hienaub zogen der Man,
Den du die ding hast tragen lassen?

Die Pewrin spricht:

Er zog hienaub die vntern strassen,
Es tregt der Schuler hoch erfarn
An seinem hals ein gelbes garn

145
Vnd das purlein auff seinem ruck.

Der Pawr spricht:

Ey nun walt dein als vngeluck,
Du hast jm zu weng geltes geben,
Er. kan nit lang wol daruon leben.
Geh, heib mirs Rob satteln bey zeiten,

150
Ich wil jm gehn eilendt nach reiten,
Im noch ein zehen gulden bringen.

Die Pewrin spricht:

Mein Mann, hab danck mit diesen dingen,
Das du meimb altn bist gunstig noch!
Wils Gott, ich wils verdienen doch,

155
Dir auch nach schicken meinen schetz.

Der Pawr spricht:

Was darff es viel vhnnutz geschwetz?
Geh, heib mirn Knecht satteln das Rob,
Eh dann der frembt kum an das mob.

Die Pewrin gehet naub.
Der Pawr spricht zu jhm selb:

Ach, Herr Gott, wie hab ich ein Weib,

160
Die ist an Seel, vernunfit vnd leib
Ein Dildap, Stockfisch, halber Nar,
Irs gleich ist nit in vnser Pfarr,
Die sich lest vber reden leider,
Vnd schickt jrem Man gelt vnd kleider,

165
Der vor eim Jar gestorben ist,
Durch des farenden Schulers list.
Ich wil nach reitn, thu ich jn erjagen,
So wil ich jm die haudt vol schlagen,
In niederwerffen auff dem feldt,

170
Im wider nemen Kleidr vnd Gelt,
Darmit wil ich denn heimwartz kern
Vnd mein Weib wol mit feusten bern,
Des ploben geben vmb die augen,
Das sie jr thorheit nit kun laugen.

175
Ach, ich bin halt mit jr verdorben!
Ach, das ich hab vmb sie geworben,
Das mub mich rewen all mein tag,
Ich wolt, sie her Sanct Vrbans blag.

Die Pewrin schreidt daussen:

Sitz auff, das Rob ist schon bereit.

180
Fahr hin, vnd das dich Gott beleidt!

Sie gehen beyde ab.
Der Farendt schuler kummet mit dem purlein
vnnd spricht:

Wol hat gewolt das gluck mir heudt,
Mir ist geratn ein gute beudt,
Das ichs den Winter kaum verzehr.
Het ich der einfelting Pewrin mehr,

185
Die mich schickt in das Paradeib!
Wehr schadt, das sie all weren weib!
Botz angst, ich sie dort ein von weiten
Auff eim Rob mir eilendt nach reiten.
Ists nicht der Pawr, so ists ein blag,

190
Das er mirs dinglich widr abjag.
Ich wil das purlein hie verstecken
Ein weil in diese doren hecken,
Nun kan er je mit seinem Rob
Nit zu mir reiten in das mob,

195
Er mub vor dem graben absteigen.
Ja er thuts gleich, nun wil ich schweigen,
Mein garn in busen schieben frey,
Auff das er mich nit kenn darbey,
Wil leinen mich an meinen stab,

200
Sam ich auff ein zu warten hab.

Der Pawr kumbt gespordt
vnnd spricht:

Gluck zu, mein liebs Menlein. gluck zu!
Hast nit ein sehen lauffen du,
Hat ein gelbs strenlein an dem hals
Vnd tregt auff seinem ruck nachmals

205
Ein kleines purlein, das ist plab?

Der farendet schuler spricht:

Ja, erst ich ein gesehen hab
Der laufft ein vbers mob gehn Waldt,
Er ist zwar zu ereilen baldt,
Jetzt geht er hinter jener stauden

210
Mit blasen, schwitzen vnd mit schnauden,
Wann er tregt an dem purlein schwer.

Der Pawr spricht:

Es ist bey meim Aydt eben der!
Mein liebs Menlein, schaw mir zum Rob,
So wil ich zu fub vbers mob

215
Dem bobwichs nach eiln vnd in blewen,
Das jn sein leben mub gerewen,
Er sol es keinem Pfaffen beichten.

Der farendt Schuler spricht:

Ich mub da warten auff ein gweichten,
Welcher kumbt nachher in der nehen.

220
Wil euch dieweil zum Rob wol sehen,
Bib das jr thut herwider lencken.

Der Pawer spricht:

So wil ich dir ein Creutzer schencken.
Hut, das mirs Pferdt nit lauffet werdt.

Der Pawer gehet ab.
Der farendt Schuler spricht:

Laufft hin, sorgt nur nicht vmb das Pfert,

225
Das jr ein schaden findet dran.
Das Rob wirt mir recht, lieber Man.
Wie frolich scheindt mir heudt das gluck,
Volkummentlich in allem stuck:
Die Fraw gibt mir rock, hossn vnd schw,

230
So gibt der Man das Rob darzw,
Das ich nit darff zu fussen gahn.
O das ist ein barmhertzig Man,
Der geht zu fub, lest mir den Gaul,
Er weib leicht, dab ich bin studtfaul.

235
O das der Pawr auch solcher weib
Auch sturb vnd fur ins Paradeib,
So wolt ich gwib von diesen dingen
Ein gute beut daruon auch bringen.
Doch wil ich nit lang mist da machen;

240
Wann kemb der Pawer zu den sachen,
So schlug er mich im feld darnider
Vnd nem mir gelt vnd kleider wider;
Wil eilendt auff den Grama sitzen
Vnd in das Paradeib nein schmitzen,

245
Ins wirtzhaub, da die Huner braten,
Den Pawrn lassen im mob vmb waten.

Der farendt schuler nimmet sein purlein,
gehet ab.
Die Pewrin kummet und spricht:

Ach, wie ist mein Man so lang aub,
Das er nit wider kumbt zu Haub.
Ich bsorg, er hab des wegs verfelt,

250
Das meimb alten nit werdt das gelt. –
Botz mist, ich hor den Schulthes blassen.
Ich mub gehn baldt mein Sew aub lassen.

Die Pewrin gehet ab.
Der Pawr kumbt, sicht sich umb
vnd spricht:

Botz leichnam angst, wo ist mein Pferdt?
Ja, bin ich frumb vnd ehrenwerdt,

255
So hat mirs der bobwicht hin ghritten,
Er daucht mich sein duckischer sitten,
Hat auch das gelt vnd kleider hin.
Der grost Narr ich auff erden bin,
Das ich traudt diesem Schalck vertrogen.

260
Schaw, dort kumbt auch mein Weib herzogen,
Ich darff jr wol vom Rob nit sagen,
Ich troet jr vor hart zu schlagen,
Das sie so einfeltig het eben
Dem lantzpscheissr das dinglich geben,

265
Vnd ich gab jm doch selb das Pferdt,
Viel grosser streich wer ich wol werdt,
Weil ich mich kluger dunck von sinnen.
Ich wil etwan ein aubred finnen.

Die Pewrin kumbt vnnd spricht:

Schaw, bist zu fusen wider kommen,

270
Hat er das gelt von dir genommen?

Der Pawr spricht:

Iha, er klagt mir, der weg wer weit,
Auff das er kumb in kurtzer zeit
Ins Paradeib, zu deinem Mann,
Das Pferd ich jm auch geben hann,

275
Das er geritten kumb hienein,
Bring auch das Pferdt dem Manne dein.
Mein Weib, hab ich nit recht gethan?

Die Pewrin spricht:

Iha, du mein hertzen lieber Man,
Erst vermerck ich dein trewes hertz.

280
Ich sag dir das in keinem schertz.
Wolt Gott, das du auch sturbest morgen,
Das du nur sehest vnuerborgen
Wie ich dir auch geleicher weib
Nach schicken wolt ins Paradeib,

285
Nichts ich so weit zu hinterst het,
Das ich dir nit zu schicken thet:
Gelt, kleider, Kelber, genb vnd Sew,
Das du erkennest auch mein trew,
Die ich dir hindn vnd foren trag.

Der Pawr spricht:

290
Mein Weib, nichts von den dingen sag,
Solch Geistlich ding sol heimlich sein.

Die Pewrin spricht:

Es weib schon die gantz dorff gemein.

Der Pawr spricht:

Ey, wehr hats jn gesagt so baldt?

Die Pewrin spricht:

Ey, eh du nein riedts in den Waldt,

295
Hab ichs gesagt von trumb zu endt,
Was ich meim Mann hab hin gesendt
Ins Paradeib, gar mit andacht.
Ich mein, sie haben mein gelacht
Vnd sich alle gefrewdt mit mir.

Der Pawr spricht:

300
Ey, das vergelt der Teuffel dir!
Sie haben all nur dein gespodt!
Wie hab ich ein Weib, lieber Gott! –
Geh nein, richt mir ein Millich ahn.

Die Pewrin spricht:

Jha, kumb hernach, mein lieber Man.

Die Pewrin gehet aub.
Der Pawr beschleust:

305
Der Man kan wol von vngluck sagen,
Der mit eim solchn Weib ist erschlagen,
Gantz ohn verstandt, vernunfft vnd sin,
Geht als ein dolles Viech dahin,
Baldt glaubich, doppisch vnd einfeltig,

310
Der mub er lign im zaum geweltig,
Das sie nicht verwarlob sein gut.
Doch weil sie hat ein trewen muht,
Kan er sie dester bab gedulden,
Wan es kumbt auch gar offt zu schulden,

315
Das dem Mann auch entschlupfft ein fub,
Das er ein federn lassen mub,
Etwan leit schaden durch betrug,
Das er auch ist nit weyb genug.
Denn zieh man schad gen schaden ab,

320
Darmit man friedt im Ehstandt hab
Vnd keyn vneinigkeyt auff wachs;
Das wunschet vns allen Hans Sachs.

Die Person inn das Spiel:

Der farendt Schuler, Der Pawr, Die Pewrin

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Der farendt Schuler im Paradeib - HANS SACHS