Українська та зарубіжна поезія

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Abendphantasie eines Liebenden

In weiche Ruh hinabgesunken,
Unaufgestort von Harm und Not,
Vom suben Labebecher trunken,
Den ihr der Gott des Schlummers bot,
Noch sanft umhallt vom Abendliede
Der Nachtigall, im Flotenton,
Schlaft meine Herzens-Adonide
Nun ihr behaglich Schlafchen schon.

Wohlauf, mein liebender Gedanke,
Wohlauf zu ihrem Lager hin!
Umwebe, gleich der Efeuranke,
Die engelholde Schlaferin!
Geneub der ubersuben Fulle
Vollkommner Erdenseligkeit,
Wovon zu kosten noch ihr Wille,
Und ewig ach! vielleicht, verbeut! –

Ahi! Was hor ich? – Das Gesausel
Von ihres Schlummers Odemzug!
So leise wallt durch das Gekrausel
Des jungen Laubes, Zephyrs Flug.
Darunter mischt sich ein Gestohne,
Das Wollust ihr vom Busen lost,
Wie Bienensang und Schilfgetone,
Wann Abendwind dazwischen blast.

O, wie so schon dahin gegossen,
Umleuchtet sie des Mondes Licht!
Die Blumen der Gesundheit sprossen
Auf ihrem wonnigen Gesicht.
Ihr Lenzgeruch wallt mir entgegen,
Sub, wie bei stiller Abendluft,
Nach einem milden Spruheregen,
Der Moschushyazinthe Duft.

Mein ganzes Paradies steht offen.
Die offnen Arme, sonder Zwang,
Was lassen sie wohl anders hoffen,
Als herzenswilligen Empfang?
Oft spannt und hebt sie das Entzucken,
Als sollten sie jetzt ungesaumt
Den himmelfrohen Mann umstricken,
Den sie an ihrem Busen traumt. –

Nun kehre wieder! Nun entwanke
Dem Wonnebett! Du hast genug!
Sonst wirst du trunken, mein Gedanke,
Sonst lahmt der Taumel deinen Flug.
Du loderst auf in Durstesflammen! –
Ha! wirf ins Meer der Wonne dich!
Schlagt, Wellen, uber mir zusammen!
Ich brenne! brenne! kuhlet mich!

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Abendphantasie eines Liebenden - GOTTFRIED AUGUST BURGER