Українська та зарубіжна поезія

Вірші на українській мові







Die Schenke

Mein Herz, des Sanges schier entwohnet,

Schlagt jetzt von neuem wild und heib.

Drum auf, ihr Saiten, klingt und tonet!

Ich singe einer Schenke Preis!

Dort ragt sie aus den Waldestannen

Und zeigt den Leu auf rundem Schild,

Dazu drei Kruge und drei Kannen

Und auch ein Spruchlein fromm und mild.

Es ist der Schenken allerbeste!

Und Lowenburg wird sie genannt.

Kommt, tretet ein, seid meine Gaste,

Hier ist der beste Wein im Land!

Seht dort die Wirtin – schon von ferne

Winkt sie mit einem vollen Glas;

Ein lieblich Mahl bringt sie uns gerne

Und zapft aus einem neuen Fab!

Sie ist mir auberst wohlgewogen,

Dieweil ich neulich klug und schlau

Ihr in das Angesicht gelogen,

Sie sei die wunderschonste Frau!

Geht ihr nun jubelnd durch die Ture,

Seht, dab der Tochter keine flieh;

Meintwegen kubt sie – ich erkure

Mir stets die liebliche Marie!

Denn Augen hat sie wie zwei Trauben

So dunkel – ist so schuchtern noch;

Den Kub will nimmer sie erlauben –

Was tut’s? Man kommt und kubt sie doch!

Wer widerstande auch der Schonen,

Wenn sie den vollen Becher bringt,

Wenn sie zu ihrer Harfe Tonen

Ein Lied mit heller Stimme singt?

Die Gaste lauschen in die Runde;

Denn alle Herzen singt sie wach!

Jetzt schweigt sie – und von Mund zu Munde

Schallt wild die letzte Strophe nach!

Doch nun, o Lied, mit frischem Tone,

Erkling aufs neu! Ihr Saiten, schwirrt!

Es kommt des Hauses Zier und Krone,

Der unvergleichlich dicke Wirt!

Er kommt! er kommt! mit prallen Lenden,

Er hat ein Bauchlein wie ein Fab,

Sein Weib und sieben Kinder fanden,

Tat’s Not, mitsamt darin Gelab!

Sein rotes Antlitz scheint zu sagen:

“Mir war so mancher Wein gegonnt,

Dab er zusammen mit Behagen

Drei Konigreich ersaufen konnt!”

Stolz ist er drauf, sein Weib zu fuhren

Am Sonntag in die Kirch hinein,

Doch bleibt er selber vor der Turen –

Fur seinen Bauch ist sie zu klein!

Tut ihm der Tod dereinst mal winken,

Glaubt mir, er fahrt gen Himmel nicht!

Er wird zuruck zur Erde sinken –

Dieweil er ein zu grob Gewicht!

So kennt ihr nun die ganze Schenke,

Ihr kennt den Wirt mit Weib und Kind –

Und Pfalzwein ist ein gut Getranke,

Streicht ubern Rhein der Morgenwind!

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Die Schenke - GEORG WEERTH