Українська та зарубіжна поезія

Вірші на українській мові







Lob des Winters

Wem behagt Aprillenwetter?
Wem des Hundsgestirnes Hitz’?
Wem des Herbstes falbe Blatter?
Niemand, der nicht sparet Witz.
Ich will nun kaltsinnig loben
Die begrau’te Winterszeit,
Die uns unsre Augen weid’t,
Und auch billig wird erhoben.

Wie ein fast bejahrter Alter
Nach der schnellen Monden Flucht,
Sitzend bei dem Weinbehalter,
Kostet seiner Arbeit Frucht,
Halt die Ruhtag’ fur sein Leben
Bis zum vorgesteckten Ziel,
Da der grauen Haar’ so viel
Strahlen grober Klugheit geben:

Also pfleget auch zu rasten
Aller Jahrszeit Flucht und Eil,
Und beginnet recht zu masten
An des weiben Winters Seil.
Ceres wohnet in den Scheuern,
Bacchus bringt den suben Most,
Und Pomona ihre Kost,
Sylvan kann beim Feuer feiern.

Schauet draub die weiben Flocken,
Wie sie streichen hin und her,
Wie sie sich zusammen stocken,
Wie sie sturmen uberquer!
Das ist ein gesundes Wetter,
Und man heizt auch tapfer ein,
Horchend bei dem firnen Wein
Der Musik von einem Brater.

Mich bedunket, dass die Sterne
Strahlen bab, wann’s Winter ist;
Wann das Wasser hartet gerne
Wie Kristallstein durch Gefrust,
So muss man das Eis belaufen
Mit der Schlittschuh’ schnellem Holz;
Wie ein Vogel oder Bolz,
Rauscht man vorwarts ohn’ Verschnaufen.

Masken, Fastnacht, Schlittenfahren,
Reiten, Tanzen, Fechten uben,
Lass’ ich unbemeldet fahren,
Wie auch auf der Tafel schieben,
Und erhebe das Studieren,
So uns manche lange Nacht
Auch wohl in das Bett gebracht,
Dass wir Winterslust recht spuren.

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Lob des Winters - GEORG PHILIPP HARSDORFFER