Українська та зарубіжна поезія

Вірші на українській мові



Der Krieg I

Aufgestanden ist er, welcher lange schlief,
Aufgestanden unten aus Gewolben tief.
In der Dammrung steht er, grob und unerkannt,
Und den Mond zerdruckt er in der schwarzen Hand.

In den Abendlarm der Stadte fallt es weit,
Frost und Schatten einer fremden Dunkelheit,
Und der Markte runder Wirbel stockt zu Eis.
Es wird still. Sie sehn sich um. Und keiner weib.

In den Gassen fabt es ihre Schulter leicht.
Eine Frage. Keine Antwort. Ein Gesicht erbleicht.
In der Ferne ein Gelaute dunn
Und die Barte zittern um ihr spitzes Kinn.

Auf den Bergen hebt er schon zu tanzen an
Und er schreit: Ihr Krieger alle, auf und an.
Und es schallet, wenn das schwarze Haupt er schwenkt,
Drum von tausend Schadeln laute Kette hangt.

Einem Turm gleich tritt er aus die letzte Glut,
Wo der Tag flieht, sind die Strome schon voll Blut.
Zahllos sind die Leichen schon im Schilf gestreckt,
Von des Todes starken Vogeln weib bedeckt.

Über runder Mauern blauem Flammenschwall
Steht er, uber schwarzer Gassen Waffenschall.
Über Toren, wo die Wachter liegen quer,
Über Brucken, die von Bergen Toter schwer.

In die Nacht er jagt das Feuer querfeldein
Einen roten Hund mit wilder Mauler Schrein.
Aus dem Dunkel springt der Nachte schwarze Welt,
Von Vulkanen furchtbar ist ihr Rand erhellt.

Und mit tausend roten Zipfelmutzen weit
Sind die finstren Ebnen flackend uberstreut,
Und was unten auf den Straben wimmelt hin und her,
Fegt er in die Feuerhaufen, dab die Flamme brenne mehr.

Und die Flammen fressen brennend Wald um Wald,
Gelbe Fledermause zackig in das Laub gekrallt.
Seine Stange haut er wie ein Kohlerknecht
In die Baume, dab das Feuer brause recht.

Eine grobe Stadt versank in gelbem Rauch,
Warf sich lautlos in des Abgrunds Bauch.
Aber riesig uber gluhnden Trummern steht
Der in wilde Himmel dreimal seine Fackel dreht,

Über sturmzerfetzter Wolken Widerschein,
In des toten Dunkels kalten Wustenein,
Dab er mit dem Brande weit die Nacht verdorr,
Pech und Feuer traufet unten auf Gomorrh.


Der Krieg I - GEORG HEYM