Українська та зарубіжна поезія

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Aus der Kindheit



“Ja, das Katzchen hat gestohlen,
und das Katzchen wird ertrankt.
Nachbars Peter sollst du holen,
dab er es im Teich versenkt!”

Nachbars Peter hat’s vernommen,
ungerufen kommt er schon:
“Ist die Diebin zu bekommen,
gebe ich ihr gern den Lohn!”

“Mutter, nein, er will sie qualen.
Gestern warf er schon nach ihr,
bleibt nichts andres mehr zu wahlen,
so ertrank’ ich selbst das Tier.”

Sieh, das Katzchen kommt gesprungen,
wie es glanzt im Morgenstrahl!
Lustig hupft’s dem kleinen Jungen
auf den Arm zu seiner Qual.

“Mutter, lab das Katzchen leben,
jedesmal, wenn’s dich bestiehlt,
sollst du mir kein Fruhstuck geben,
sieh nur, wie es artig spielt!”

“Nein, der Vater hat’s geboten,
hundertmal ist ihr verziehn!”
“Hat sie doch vier weibe Pfoten!”
“Einerlei! Ihr Tag erschien!”

“Nachbarin, ich folg’ ihm leise,
ob er es auch wirklich tut!”
Peter spricht es ham’scherweise,
und der Knabe hort’s mit Wut.

Unterwegs auf manchem Platze
bietet er sein Liebchen aus;
aber keiner will die Katze,
jeder hat sie langst im Haus.

Ach, da ist er schon am Teiche
und sein Blick, sein scheuer, schweift,
ob ihn Peter noch umschleiche –
ja, er steht von fern und pfeift.

Nun, wir mussen alle sterben,
Grobmama ging dir vorauf,
und du wirst den Himmel erben,
kratze nur, sie macht dir auf!

Jetzt, um sie recht tief zu betten,
wirft er sie mit aller Macht,
doch zugleich, um sie zu retten,
springt er nach, als er’s vollbracht.

Eilte Peter nicht, der lange,
gleich im Augenblick herzu,
fande er, es ist mir bange,
hier im Teich die ew’ge Ruh.

In das Haus zuruckgetragen,
hort er auf die Mutter nicht,
schweigt auf alle ihre Fragen,
schliebt die Augen trotzig-dicht.

Von dem Zucker, den sie brachte,
nimmt er zwar zerstreut ein Stuck;
doch den Tee, den sie ihm machte,
weist er ungestum zuruck.

Welch ein Ton! Er dreht sich stutzend,
und auf einer Fensterbank,
spinnend und sich emsig putzend,
sitzt sein Katzchen blink und blank.

“Lebt sie, Mutter?” “Dem Verderben
warst du naher, Kind, als sie!”
“Und sie soll auch nicht mehr sterben?”
“Trinke nur, so soll sie’s nie!”

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Aus der Kindheit - FRIEDRICH HEBBEL