Українська та зарубіжна поезія

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An die nachkommenden Freunde

Unter Blumen, im Dufte des rothlichen Abends, in frohes
Lebens Genub,
Das, mit glucklicher Tauschung, zu jugendlichem sich dichtet,
Ruh’ ich, und denke den Tod.
Wer schon ofter als siebzigmal die Lenze verbluhn, sich
Immer einsamer sah,
Solte der Vergesser des Todes seyn, des Geleiters
In die schonere Welt?
Wunschet’ ich mir den Beginn zu erleben des neuen Jahrhunderts;
Ware der Wunsch nicht ein Thor?
Denn oft saumet, zwischen dem Tod’ und dem Leben, ein Schlummer-
Leben; ist nicht Leben, nicht Tod!
Und wie wurde das mich bewolken, der immer sich jedem
Schlummer entrib.
Trennung von den Geliebten, o kont’ ich deiner vergessen;
So vergab’ ich des Todes mit dir.
Doch nichts schreckliches hat der Gestorbne. Nicht den verwesten
Sehen wir, sehn nicht Gebein;
Stumme Gestalt nur erblicken wir, bleiche. Ist denn des Mayes
Blume nicht auch, und die Lilie weib?
Und entfloh nicht die Seele des blumenahnlichen Todten
In die Gefilde des Lichts,
Zu den Bewohnern des Abendsterns, der Winzerin, Maja’s,
Oder Apollo’s empor,
Zu des Arktur, Zynosura’s, des Sirius, oder der Ähre,
Asteropens, Zeleno’s empor?
Oder vielleicht zu jenes Kometen? der flammend vor Eile,
Einst um die Sonne sich schwang,
Welche der schoneren, die der Erde strahlet, ihn sandte
Auf der unendlichen Bahn.
Glanzender flog der Komet, und beynah der sendenden Sonne
Unaufhaltbar, so schnell
Schwang der liebende sich. Er liebt die Erde. Wie freut er,
Als er endlich naher ihr schwebt,
Da sich des Wiedersehns! Zu der Erde schallt ihm die Stimme
Aus den jungen Hainen hinab,
Aus den Thalen der Hugel, der Berge nicht; und die Winde
Heibt er mit leiserem Fittige wehn:
Alle Sturme sind ihm verstumt, und am ehernen Ufer
Schweigt das geebnete Meer.


An die nachkommenden Freunde - FRIEDRICH GOTTLIEB KLOPSTOCK

An die nachkommenden Freunde - FRIEDRICH GOTTLIEB KLOPSTOCK