Українська та зарубіжна поезія

Вірші на українській мові



An den Hofschauspieler Ludwig Lowe



Wer lebte einst, und ist noch jetzt geehrt?
Wer lebt noch jetzt, und wird es einstens sein,
Der’s wirklich auch verdient, dab sich’s die Welt
Erzahlt, dab er gelebt? Gewib nur der:
Der unermudet stets nach Wahrheit strebt
In jeglichem Geschaft; der forschend, kuhn,
Des Lebens grobe Fragen an sie stellt,
Und nicht erbebt, wenn sie ihr Gotterhaupt
Bei mancher Hoffnung, die er gluhend nahrt,
Oft unerbittlich streng verneinend schuttelt!
Der seines Schicksals Auftrag ganz vollbringt,
Und nicht erglanzt, Vollbringung nur erheuchelnd
Bis ihn die Welt auf dem Betrug ertappt!
Dies ist ein Mann! Ein Kunstler! Was es sei!
Wert, dab das Leben ihn willkommen heibe,
Und so bist du! So hab’ ich dich erkannt!
Im Glanz der macht’gen Wahrheit bist du mir
Erschienen. Wahrhaft Edles hast du mir
Vors Aug’ geruckt. Drum ehr’ ich wahrhaft dich
Und bring’ dir Dank fur so viel schone Stunden,
Die ich im Anblick meiner Gottin hab’
Durchschwelgt. O mochte dir das Leben auch
Des wahren Gluckes Friedenspalme reichen,
Du hast’s verdient, du forderst seinen Ruhm,
Weil echte Kunst das Leben stets verschonert;
Und glaube mir, es ist nicht undankbar!
Die Kunst hat bei dem Leben viel voraus,
Sie soll nicht wahr sein blob, sie darf es auch!
Wie oft hat Wahrheit Hab nicht im Gefolge,
Der Kunstler nur wird stets durch sie geliebt!



An den Hofschauspieler Ludwig Lowe - FERDINAND RAIMUND