Українська та зарубіжна поезія

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Mit Unkraut

Ich schritt allein hinab den Rhein,
Am Hag die Rose gluhte,
Und wundersam die Luft durchschwamm
Der Duft der Rebenblute.
Zyan’ und Mohn erglanzten schon,
Der Sudwind bog die Ähren;
Über Rolandseck, da lieb sich keck
Eines Falken Lustschrei horen.

Und es kam das Lied mir ins Gemut:
War’ ich ein wilder Falke!
O du Melodei, wie ein Falk so scheu,
Und so dreist auch wie ein Falke
Singe mit, wer kann! Zur Sonn’ hinan
Soll mich selbst die Weise tragen!
An ein Fensterlein, an ein Riegelein
Mit den Flugeln will ich schlagen!

Wo ein Roslein steht, wo ein Vorhang weht,
Wo am Ufer Schiffe liegen,
Wo zwei Augen braun ubern Strom hinschaun
Oh, da mocht’ ich fliegen, fliegen!
Da mit scharfem Fang und mit Wildgesang
Mocht’ ich sitzen ihr zu Fuben:
Mochte stolz und kuhn ihre Stirn umziehn,
Mochte gruben, gruben, gruben!

Oh, wohl sang ich frisch und wohl sprang ich frisch –
Keine Flugel konnt’ ich breiten!
Und ich lief voll Zorn, und das gelbe Korn
Durch die Finger lieb ich gleiten;
Knickte Zweig und Ast, knickte Blatt und Bast,
Lieb nicht ab vom wilden Raufen,
Bis die Hand zerfetzt, und ich matt zuletzt
Mich ins Gras warf, zu verschnaufen.

Auf den Bergen Klang, auf der Flut Gesang,
In den Wellen Buben schwammen.
Ich aber sab einsam im Gras,
Band mit Gras meinen Straub zusammen:
Meinen wilden Straub, meinen Rankenstraub –
Oh, wohl mehr als eine lachte!
Aber deine Hand nimmt ihn an als Pfand
Eines Tags, wo dein ich dachte!

Es ist ein Straub, wie er das Haus
Des Landmanns konnte schmucken:
Zyanen nur und Mohn der Flur,
Und was man sonst mag pflucken;
Eine Winde grun, eine Reb’ im Bluhn,
Eine Kleeblum’ aus den Grunden,
Schlechtwildes Zeug, dem Wilden gleich,
Der ausging, es zu finden.

Sein Auge spruht, seine Wange gluht,
Seine Hande ballt er zitternd;
Sein Blut es kocht, und sein Herz es pocht,
Seine Stirne droht gewitternd.
Seine Brust ist schwer: – schlechtes Kraut und er!
Verstoben und verlassen!
Seine Blumen sieh! – willst du ihn und sie
Am Boden liegen lassen?


Mit Unkraut - FERDINAND FREILIGRATH