Українська та зарубіжна поезія

Вірші на українській мові



Die Laterne



Als ich heut’ im Hufnershaus
Lebewohl genommen
Und ins Freie trat hinaus,
War die Nacht gekommen.

Sehen konnt’ ich keinen Schritt,
Nirgends Mond und Sterne.
Spricht mein Gastfreund: Hans soll mit
Und die Stalllaterne.

Hans, der greise, taube Knecht,
Krippen, Spinneweben,
Tenne, Licht und Drahtgeflecht –
Konnt’ ein Bildchen geben.

Trudchen steht dabei und lacht,
An der Mutter Seite.
Trudchen, bitt’ ich, abgemacht,
Gieb mir das Geleite.

Und des Bauern frisches Kind
Ist zuruckgesprungen,
Hat sich leicht ein Tuch geschwind
Um den Kopf geschlungen.

Reizend sah das Madel aus
Im Geblink der Leuchte.
Kaum noch hellt das Elternhaus
Aus der Nebelfeuchte.

Trabt der Alte uns voran,
Treu, wie zwei Verirrten,
Folgen wir wie Lammer dann,
Lammer ihrem Hirten.

Wo sich durch den Buchenstand
Eng der Weg gewunden,
Hat sich schleunig Hand in Hand,
Mund zu Mund gefunden.

Finsternis und Waldesruh,
Himmel ohne Sterne.
Unverdrossen, immerzu
Wandert die Laterne.

Trifft ihr Schimmer Ast und Baum:
Blinzeln tausend Augen?
Wie sich, unerhort, ist’s Traum,
Lipp’ an Lippe saugen.

Zogern wir auf unserm Gang?
Lab den Alten eilen.
Ach, mein Herz im Überdrang
Mochte weilen, weilen.

Bis zuletzt erschrocken halt
Hans am Holzesrande.
Lichtscheu unter’m Laubgezelt
Schleicht die Kontrebande.

Doch nun endlich sind wir da,
Schrei’n ihm in die Ohren:
Alterchen, Hallelujah,
Hast uns nicht verloren.

Scheidegrub am Meilenstein,
Dichtverhullte Ferne,
Letzter Blitz und letzter Schein,
Fort ist die Laterne.



Die Laterne - DETLEF VON LILIENCRON