Українська та зарубіжна поезія

Вірші на українській мові



Der Sagenstein

Aus Bergen schleicht der Abendhauch, ein Raunen
Im wusten Hain.
Das Tannenvolk umringt mit scheuem Staunen
Den Sagenstein.

Hier stund ein Schlob; sein Glitzern machte trunken
Wie Abendstrahl.
Verwunschen wards. Und wo die Pracht versunken,
Bezeugt dies Mal.

Verdustert hockt der Stein/ wie seinen Sorgen
Ein Bettler grollt.
Verkappter Furst! Im Grunde dir geborgen
Ruht Perl und Gold.

Kein Graber drang noch durch die Felsenrinde
Zum guldnen Schacht.
Ein Glimmen winkt nur dem Johanniskinde
In Zaubernacht.

Sein Traumeraug erschaut in Hohlenwildnis
Den Perlenschrein,
Auch marmorweib ein Koniginnen-Bildnis
Im Dom von Stein./

Ich kenne sie, die heilgen Heimlichkeiten
Der Innenschau.
Verwunschen sank auch mir ins Grab der Zeiten
Mein Konigsbau.

Doch was dereinst an Seligkeit erbluhte,
Ist nimmer tot;
Es bleibt mein Schatz, versunken im Gemute,
Der magisch loht.

Ich selber bin das Schlob mit guldner Tiefe,
Der Sagenstein.
Und ob ich ganz der Oberwelt entschliefe,
Der Traum ist mein.

Die Konigin ward diesen heiben Sinnen
Hinweggebannt.
Verklart zum Engel weiht sie nun mein Minnen
Dem Geisterland.

Als Dom von Tropfgestein soll mich umflechten
Die Innenwelt.
Braut meiner Jugend, throne mir zur Rechten
Im Hohlenzelt!


Der Sagenstein - BRUNO WILLE