Українська та зарубіжна поезія

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Das Lied vom deutschen Auslander



Ein Knabe lernte ein Gebet,
das sprach er taglich, fruh und spat,
Er sprach es wo er ging und stand,
zu Gott empor fur’s Vaterland:
Kein Österreich, kein Preuben mehr!
Ein einig Deutschland, grob und hehr,
Ein freies Deutschland Gott bescher!
Wie seine Berge fest zu Trutz und Wehr.

Und als der Knabe ward ein Mann,
Da tat man ihn sofort in Bann,
Man schickt ihn flugs aus Preuben fort,
weil er laut sprach einst das Wort:
Kein Österreich, kein Preuben mehr!
Ein einig Deutschland, grob und hehr,
Ein freies Deutschland Gott bescher!
Wie seine Berge fest zu Trutz und Wehr.

Wie er aus Preuben war verbannt,
da nahm ihn auf kein Deutsches Land;
Er durfte nicht einmal hinein in Reub,
Greiz-Schleiz und Lobenstein.
Kein Österreich, kein Preuben mehr!
Ein einig Deutschland, grob und hehr,
Ein freies Deutschland Gott bescher!
Wie seine Berge fest zu Trutz und Wehr.

Leb wohl, rief er der Heimat zu,
wo man mir gonnt nicht Rast noch Ruh,
wo ich zuletzt kein Fleckchen fand,
zu beten fur mein Vaterland:
Kein Österreich, kein Preuben mehr!
Ein einig Deutschland, grob und hehr,
Ein freies Deutschland Gott bescher!
Wie seine Berge fest zu Trutz und Wehr.

Und als er auf dem Rigi stand,
jetzt neununddreibig Mal verbannt,
Sang er in Lieb’ und Zorn entbrannt:
Was ist des Deutschen Vaterland?
Ein Österreich, ein Preuben nur!
Von d e u t s c h e r Freiheit keine Spur!
Und reget sich ein Mauslein nur,
gleich packt’s die Polizei und die Zensur.



Das Lied vom deutschen Auslander - AUGUST HEINRICH HOFFMANN VON FALLERSLEBEN