Українська та зарубіжна поезія

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Beim Absterben

So wie aus heller Luft der Blitz zerschmetternd fahrt
Und eine sichre Burg in Schutt und Asche kehrt,
So kam aus falscher Ruh, wo keine Sorge drohte,
Gewib und hoffnungslos des Todes bittrer Bote.
Ach, so verlier ich dich, Vertraute meiner Brust!
Du Schwester meiner Wahl, du meine letzte Lust!
Die Haupter unsers Stamms sind langst im Staub gebogen,
Das Vaterland hat mir des Himmels Ruf entzogen;
Noch wars mir sub in dir, und unsrer Jugend Gluck
Rief jeder holde Zug von deiner Hand zuruck.
Nun ist die Welt mir fremd, nun liegt im strengen Grabe
Der bessre Theil von mir, mehr als ich ubrig habe.
Ach! hatten auf den Tod und auf die lange Nacht
Die wahre Treu ein Recht und trauren eine Macht:
Nie ware williger das Opfer achter Thranen
Dem Grabe nachgefolgt, noch ein gerechters sehnen.
Doch du sehnst nicht nach uns, dein froher Aufenthalt
Halt den entzuckten Geist mit reizender Gewalt:
Viel eher wunschten sich Befreite zu der Kette
Und das entbundne Weib zuruck zum Schmerzenbette.
Ja, dahin gieng dein Wunsch; auch in der schonen Zeit,
Dem sonst vergonnten Tag erlaubter Eitelkeit,
Lief schon dein reifer Geist, wie ahndend, nach dem Ziele
Und stieb, mit edlem Hohn, der Jugend Kinderspiele
Und der erfahrnen Welt geehrte Schmeichlerin,
Die Qual, die Gluck sonst heibt, erhaben von sich hin.
Du liebtest deinen Gott in Freunden und in Armen;
Du flohest von der Rach und eiltest zum erbarmen;
Dein Trost war andrer Ruh; dein eigen Leid verschwanden,
Wann fremdes Ungluck nur bei dir sein Ende fand.
Auch mich, ach! liebtest du, wer wird so treu mich lieben?
Nun strahlt um dich das Heil, mir ist das Leid geblieben,
Ein Leid, das mich vergnugt, von reiner Wehmuth voll,
Und das dein Anblick erst in mir vertilgen soll!

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Beim Absterben - ALBRECHT VON HALLER