Der Kanarienvogel bubt - FRIEDRICH RUECKERT

Der Kanarienvogel bubt
Am unschuldigen Leibe mit
Die Familientrauer.

Nicht ein Brockelchen Zucker subt
Ihm den Schnabel, kein Apfelschnitt
Labt ihn, sub oder sauer.

“Ach, das Troglein von Hanf ist wust,”
Tont sein Piepen, “ich bitt’, ich bitt’,
Und das Wasser ist lauer.

“All die Nacht durch bis Morgen fruhst
Brannt’ im Zimmer die Lamp’ und litt
Keinen Schlaf auf die Dauer.

“Und sobald mich der Morgen grubt
Mit dem Stral, der durchs Fenster glitt,
So verhangt ihr den Bauer.”

Der Kanarienvogel bubt